Kellerkinder weiter abgehängt

„Nur noch acht“ Punkte beträgt der Vorsprung des ThSV Eisenach und schon herrscht unter der Wartburg beinahe wieder Krisenstimmung, gleichzeitzeitig wird aber auch an Relegation und die nächste Saison in Liga 2 gedacht. Ganz andere Sorgen machen sich die vier Teams am Tabellenende und deshalb freute sich bei Kellerkind SG Bruchköbel alles über den Punktgewinn gegen den Favoriten. Acht Zähler Differenz trennen auch den Zweiten Baunatal vom Fünftletzten Großsachsen – im enggestaffelten Mittelfeld ist noch viel Platz für Dynamik, die Ende Januar wieder Fahrt aufnehmen könnte, während die vier Letzten weiter zurückfallen.

SG Bruchköbel – ThSV Eisenach 28:28 (17:14)

Nicht nur kurz vor Toresschluss noch hinten liegen, dann aufholen und am Ende noch gewinnen – kommt bekannt vor? Wieder einmal lief es fast so für den ThSV, aber eben nicht so ganz. „Nach dem Spielverlauf hätten es auch zwei Punkte sein können, aber wir wollen nicht undankbar sein, denn dieser Punkt ist eventuell Gold wert“, war SGB-Teammanager Ante Vuko zufrieden über den Punktgewinn. „Ich weiß gar nicht, wer heute wem einen Punkt zu Weihnachten geschenkt hat, ich glaube sogar eher Bruchköbel uns”, wusste Eisenachs Sead Hasanefendic mit dem „blauen Auge“ zu leben. Aber wieder wurde mit der „zweiten Reihe“ gehadert und erneut ertönt der Ruf nach weitere Neuzugängen.

GSV E Baunatal – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II 34:30 (17:13)

Vom Bundesligist MT Melsungen erhielt Baunatal erneut kooperative Unterstützung durch Dimitri Ignatow, der sich mit sechs Toren bei diesem Erfolg einbrachte. Die ersten drei des Rechtsaußen brachten den Hausherren in Führung, die er nicht mehr hergab, auch wenn es beim 25:24 wieder knapp wurde, mehr aber nicht (29:25). So blieb es für die HSG nach vielen Fehlern im Angriffsspiel bei der vierten Niederlage in Folge.

SG Nußloch – SG Leipzig II  35:30 (15:15)

Das Ergebnis sieht deutlich aus, aber das Schlusslicht leistete tapfer und lange Widerstand (22:22) bevor sich für Nußloch die größeren Kraftreserven (Leipzig fehlten fünf Spieler der Stammformation) in die Waagschale warfen (26:22). Das war auch der Verdienst von Kevin Bitz, der mit individuellen Einlagen die SG-Abwehr narrte und insgesamt zwölffach traf. 

HSG Rodgau/Nieder-Roden – HSC Coburg II 28:22 (15:12)

Der HSC sah sich bei diesem Auswärtsauftritt nicht ohne Chance, präsentierte sich als unangenehmer Gegner, blieb aber weitgehend ohne realistische Siegmöglichkeit, auch wenn es beim 18:16 vielleicht anders ausgesehen hatte. Zu ausgeglichen ist dafür der HSG-Kader, der dann doch mehr zuzulegen hatte, während den Coburgern die Kraft ausging.

TV Bruck – HSG Hanau 29:34 (15:21)

Der vierte Hanauer Sieg in Folge zeichnete sich nach dem 7:7 schon früh ab. Dann diktierte der Gast das Tempo und Spielgeschehen. Die Nachricht, dass HSG-Coach Patrick Beer nach dieser Saison aus privaten Gründen eine Pause benötigt, hatte also keine negative Auswirkungen. 

TV Gelnhausen – SG Leutershausen 28:27 (17:16)

Mit diesem knappen Erfolg in einem wahren Handballkrimi zogen die Hessen an den Badenern vorbei. Dafür war es notwendig, dass TVG-Keeper Julian Lahme in der Schlussminute einen Siebenmeter von Leutershausens Ginaluca Pauli abfing und kurz darauf – nach heimischem Ballverlust ins Seitenaus – der Pfosten gegen SGL-Kreisläufer Manel Cirac rettete. Doch damit haderten die Gäste, hatten sie doch bei diesem Versuch Ciracs Gegenspieler im Kreis stehend gesehen. Doch es gab nur Freiwurf statt des erhofften Strafwurfs.

MSG Groß-Bieberau/Modau – HC Erlangen II 29:25 (17:16)

Mit einem Kraftakt wegen des ausgezehrten Kaders aus hessischer Sicht gelang dieser Erfolg über den Erlanger Unterbau, der zuletzt elf Punkte in Serie geholt hatte. In Hälfte 2 zwang die MSG ihre Gegner zunehmend Fehler zu produzieren, die dann für eigene Vorstöße genutzt wurden.

TVG Großsachsen – HG Oftersheim/Schwetzingen 27:24 (11:13)

Nach 48 Minuten verließen den Gast, der zu diesem Zeitpunkt eigentlich wie der sichere Sieger wirkte, alle guten Geister. Der TVG nutzte unter Führung von Jan Triebskorn die gebotene Chance und bog die Partie um. Großsachsen bleibt damit zwar Letzter des sich zunehmend verdichtenden Mittelfeldes, der Abstand zu den vier Abstiegskandidaten ist damit aber auf sechs Zähler angestiegen.