Förch verursacht Gästetrainer Schmidt Alpträume / Gabel zieht MSG-Werfern den Zahn

Es waren gerade einmal 182 Sekunden gespielt, da legte HG-Trainer Holger Löhr schon beim 0:2 die Grüne Karte. Diese Aktion war symptomatisch für eine Partie, die wieder einmal erst in den Schlussminuten, ja Sekunden entschieden wurde, obwohl die Kurpfälzer Drittliga-Handballer sich vielleicht früher hätten durchsetzten können, aber dies wäre reine Spekulation. Dieses Match ging dann allerdings mit 27:26 (12:9) zugunsten der HG Oftersheim/Schwetzingen über die MSG Groß-Bieberau/Modau aus und wurde entsprechend bejubelt.

Für diesen Sieg fand der heimische Coach dann auch Lob: „Das war kämpferisch bravourös gemacht.“ Genauso hat er aber auch gesehen: „Wir haben ein paar einfache Chancen liegenlassen, doch wenn der Sieg auch am Ende womöglich ein wenig glücklich war, spricht der Spielverlauf für unsere Moral. Ich bin einfach happy für meine Mannschaft, die sich nach diesem Kampf noch belohnt hat.“

Und ein kämpferischer beherzter Einsatz war auch notwendig. Denn die offensive, teilweise manndeckungsartige MSG-Deckungsvariante schmeckte den HG-Angreifern mal wieder wenig. „Das machte es uns im Positionsangriff nicht einfach“, resümierte Löhr und begründete damit den frühen Einsatz seiner Auszeit. „Da wurde das Spiel verschleppt und wir haben uns austanzen lassen, wollten aber eigentlich selber mit Tempo agieren.“ Und als mit einer zunehmend solider werdenden eigenen Abwehr die HG-Angriffsmaschinerie ins Rollen kam, wurde der Spielstand über 2:5  auf 10:7 (23.) gestellt.

Auffällig beim Gegner – nicht nur in dieser Phase – Rückraummann Michael Malik – sowohl positiv als Torschütze (9/5) und Ballverteiler wie negativ. Er gab den „Bad Boy“ für das Schwetzinger Publikum und entging vielleicht auch knapp einer Roten Karte bei dem einen oder anderen übersehenen oder unterbewerteten Foul. So blieb es bei „nur“ zwei Hinausstellungen. Aufregung gab es um das Groß-Bieberauer Urgestein diese Woche auch, weil es seinen Abgang zu Ligarivale Hanau verkündet hatte. Negative Auswirkungen auf das MSG-Spielgeschehen ließen sich aber nicht ausmachen.

Auch nach dem Seitenwechsel, spätestens Mitte des zweiten Durchgangs drängten die Offensiv-Probleme im normalen Angriff bei Oftersheim/Schwetzingen wieder in den Vordergrund. MSG-Trainer Thorsten Schmidt meinte: „Wir sind zuletzt mit der auf Halblinks ausgerichteten 5-plus-1-Variante ganz gut gefahren.“ Hinzu kamen bei der HG verworfene Siebenmeter oder vergebene Kontermöglichkeiten. Und nach 17:14 und 19:17 sah sich der Hausherr auf einmal im Hintertreffen: 19:20 (46.).

Doch schon zuvor hatte sich angedeutet, dass Kapitän Simon „Kalle“ Förch einen guten Tag erwischt hatte. Er tobte sich nun im Rückraum regelrecht aus, sorgte mit allein sieben Treffern in der zweiten Halbzeit dafür, dass sein Team nie zu sehr abfiel, dann wieder zurückkam (22:21) und am Ende beide Punkte einkassierte. Dies hatte wohl solchen Eindruck hinterlassen, dass Schmidt mehrfach monierte, sein Team habe mit seiner gewählten Defensivvariante  heute im Abwehrzentrum nicht die Räume enggemacht, die Abstimmung hätte nicht gepasste, die Deckungsspieler hätten dort nicht gut genug miteinander gearbeitet.

Dabei durfte sich der Leader auf der Platte, Förch, der Unterstützung seiner Nebenleute und von Torwart Marius Gabel sicher sein. Letzter wusste vor allem in den entscheidenden, brenzligen Momenten seinen Vorderleuten den Rücken freizuhalten. So final kurz vor Toresschluss, als er einen letzten freien Wurf von Halblinks abwehrte, der sonst die mögliche Punkteteilung bedeutet hätte. Zuvor war Alexander Kubitschek bei einem Abpraller zur Stelle gewesen und hatte den Siegtreffer markiert.

HG: Herb, Gabel; Barthelmeß (4/1), Messerschmidt (2), Jansen (6), Förch (8), Zipf, Jungmann (2), Suschlik (1), Demel, Mehl (1), Hideg (2), Kubitschek (1).