Erneut spielt alles für Eisenach / Trainergespann von Nußloch muss gehen

In dieser Staffel gibt es keine leichten Gegner, eine Platitude die schon viele Trainer bemüht haben, aber sie wird immer wieder mit Tatsachen untermauert. Denn nach wie vor bleibt fast kein Spieltag in der Oststaffel der 3. Liga ohne faustdicke Überraschung. Eine steuerte diesmal Großsachsen mit bei, während Wetzlar II knapp daran vorbeischrammte – und dies gegen Spitzenreiter Eisenach, der sein Polster fast ohne eigenes Zutun weiter ausbaute.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – ThSV Eisenach 31:37 (18:15)

Es ist wohl die Masche der Eisenacher, oft ihren jeweiligen Gastgeber erst an einer möglichen Sensation schnuppern zu lassen, nur um dann hinten raus den Turbo zu zünden. Schließlich ging das ja nur erst einmal schief (bei Rodgau/Nieder-Roden). Ohnehin egal, da nicht nur der Gastgeber im Spitzenspiel sondern mit Baunatal, Nußloch und Leutershausen auch die ärgsten Verfolger allesamt Federn ließen. Damit ist der ThSV-Vorsprung doch schon auf Minimum sieben Zähler angewachsen.

GSV E Baunatal – HSG Rodgau/Nieder-Roden 23:25 (11:9)

Die Nordhessen verlieren zwar, bleiben aber noch auf Rang 2, da Leutershausen einen Punkt abgab. Es war der erste Auswärtssieg, der eine kuriose kleine Vorgeschichte hat. Statt der üblichen Vorschau wurde auf HSG-Seite gepostet: „Hinfahren, gewinnen, ab nach Hause.“ Da wird wohl auch in Zukunft vor den Spielen nicht mehr viel zu lesen sein. Dabei hatten die Hausherren lange Zeit die Vorteile auf ihrer Seite (16:12), bevor die Partie kippte. Die HSG erwartet jetzt Gelnhausen zum Derby, Baunatal stattet Bruchköbel eine Visite ab.

SG Leutershausen – HC Erlangen II 26:26 (15:11)

Eigentlich hatte der Gastgeber die Partie im Griff (15:8), doch pausenübergreifen kamen die Franken besser ins Spiel und waren ab dem 24:24 (50.) bereit für ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwar bleibt die SGL damit daheim unbezwungen, die Punkteteilung dürfte sich dennoch eher als Punktverlust angefühlt haben. Nun darf sich Leutershausen in Eisenachs Halle die Zähne ausbeißen – oder für die Überraschung sorgen. Erlangen bekommt es mit dem letzten ThSV-Gegner Wetzlar II zu tun.

SG Nußloch – TVG Großsachsen 19:28 (10:15)

Als zweiter Topfavorit neben Eisenach war zu Saisonbeginn Nußloch ins Rennen gegangen. Doch damit ist es spätestens jetzt mit nunmehr zehn Minuspunkten vorbei. Die Misere auf Verletzte zu schieben, wäre zu einfach. Solche Ausfälle haben oder hatten auch Teams, die sich inzwischen an der SGN vorbei geschoben haben, oder eben gegen sie gewannen, wie nun der TVG – und dies äußerst eindrucksvoll. Großsachsen erwartet mit diesem Schwung im Rücken nun den TV Bruck, Nußloch muss versuchen, bei der MSG Groß-Bieberau/Modau verlorenes Terrain zurückzuerobern (und dies ohne den bisherigen Trainer, siehe auch Zusatz unten).

TV Gelnhausen – SG Bruchköbel 25:18 (16:7)

11:4 und später gar zehn Tore Vorsprung nach der Pause sollten dem Gastgeber eigentlich reichen. Doch mit acht Treffern in Folge meldete sich Bruchköbel kurz zurück (20:18), bevor der TVG vor über 1000 Zuschauern die Sache in trockene Tücher verbrachte.

TV Bruck – MSG Groß-Bieberau/Modau 29:29 (19:13)

Erneut feierte der Außenseiter einen Punktgewinn, es hätte sogar ein doppelter werden können. Denn zeitweise führten die Franken mit bis zu sechs Toren Vorsprung. Beim 26:28 hatten die Südhessen aber den Verlauf wieder gedreht, weshalb sich die Trauer beim TVB in Grenzen hielt.

HSG Hanau – HSC 2000 Coburg II 18:16 (7:7)

Heiß umkämpft war dieser Vergleich, ein wahres Kampfspiel, in dem sich Hanau nie vorentscheidend abzusetzen vermochte. Aber gestützt auf einen überragenden Torhüter Sebastian Schermuly gab es nach drei Niederlagen wieder Grund zum Jubeln, auch wenn der Sieg mühevoll mit wenig spielerischem Glanz zustande kam.

HG Oftersheim/Schwetzingen – SG Leipzig II 29:27 (17:14)

Am Ende machte es der Gastgeber noch einmal spannend, letztlich blieb es aber bei dem Sieg, der sich schon beim 26:19 abzeichnete. Jetzt gilt es für die HG, in Coburg das nächste Kellerkind auf Distanz zu halten. Die Sachsen hingegen genießen Heimvorteil gegen Hanau.

SGN trennt sich von Müller und Donat

In der Oststaffel der 3. Handball-Liga hat die SG Nußloch lange Zeit als der zweite (neben Zweitliga-Absteiger Eisenach) Topfavorit gegolten. Doch nach einer Serie durchwachsener Ergebnisse mit insgesamt acht Punkten Verlust, kam es aus SGN-Sicht beim letzten Heimspiel zum traurigen Höhepunkt, zum Debakel.

Ausgerechnet im Derby mit dem von Abstiegsängsten gequälten TVG Großsachsen setzte es eine satte, schon fast peinliche 19:28 (10:15)-Niederlage. Nach Informationen der Rhein-Neckar-Zeitung und wie uns auch aus Spielerkreisen bestätigt wurde, soll es danach zu einer Aussprache gekommen sein, als deren Resultat dann die Trennung von Coach Christian Müller und seinem Co-Trainer Mario Donat feststand. Wer die Nachfolge antreten soll und wie die künftige Zielausrichtung aussehen wird ist noch nicht weiter bekannt. mj