HG hält Leipzig letztlich auf Distanz

Es hätte vielleicht eine glanzvolle Nummer werden können, aber letztlich wurde es „nur“ der im Vorfeld erwartete Pflicht- und Arbeitssieg von Handball-Drittligist HG Oftersheim/Schwetzingen mit 29:27 (17:14) über die SG Leipzig II. „Denn wir haben uns wieder selbst das Leben schwergemacht“, haderte HG-Trainer Holger Löhr hinterher etwas mit vergebenen Chancen, liegengelassenen Bällen besonders vor und nach der Pause sowie gegen Ende der Begegnung.

„Statt mit 18:13 gehen wir nur mit drei Toren Vorsprung in die Kabine, lassen dann den Gegner zum Anschluss kommen“, rechnet er noch vor. Doch souverän wurde das Manko ausgebügelt. Weiterhin gestützt auf einen gutaufgelegten Maximilian Herb im Tor (Löhr: „‚Shrek‘ gab uns den nötigen Rückhalt.“) legte der Gastgeber sich so richtig ins Zeug und stellte auf 26:19 (48.). Jetzt hätte eigentlich das Schaulaufen beginnen können. Aber da wollten zum einen die Sachsen nicht mitziehen, zum anderen gestaltete sich das HG-Angriffsspiel zuerst glücklos, dann einmal mehr ideenlos.

„Ich muss meinen Leuten ein großes Lob zollen, dass sie sich aus der Nummer wieder rausgekämpft haben“, fand SG-Coach Enrico Henoch, dass sein Team wie so oft in der Runde Konkurrenzfähigkeit bewiesen hätte und gestand aber auchein: „Ein Stückweit wurden wir von Oftersheim/Schwetzingen richtig dazu eingeladen, zurückzukommen.“ Leipzig kam wieder heran (27:25) und die Partie wurde in ihrer Endphase noch so richtig spannend. Doch letztlich hielten sich die Fehler in Grenzen und der Sieg wurde eingefahren.

„Die Welt wäre nicht untergegangen, wäre es anders gekommen“, versuchte Löhr ein wenig Druck aus der Tabellensituation rauszunehmen. „Aber es ist gut zu gewinnen, doch manchmal sind wir nicht abgezockt genug, dies deutlicher zu erreichen. Jedenfalls Kompliment an die Jungs, dass sie dem Druck standgehalten haben.“

Schon in der ersten Hälfte hätte eigentlich über 11:8 und 14:9 (25., ein Konter von Kevin Suschlik nach drei Herb-Paraden in nur einem Gegenangriff mit finalem Pass auf den flinken Außenspieler) die Vorentscheidung gesucht werden können. Dabei geriet ein unverhofftes Angriffsmodell zwischendurch zum Erfolgsspielzug. Im Wirrwarr nach verlorenen Bällen schaffte es vierfach irgendein HG-Akteur, sich den Ball erneut zu schnappen und dennoch einzulochen. „Das war fast wie im Abschlusstraining einstudiert“, meinte Rückraummann Daniel Hideg nicht ganz bierernst.

HG: Herb, Gabel; Barthelmeß (5/4), Zipf, Hideg (6), Jungmann (4), Förch (1), Messerschmidt (4), Kubitschek (1), Jansen (6), Suschlik, Mehl (2), Demel. mj