Aufgrund der aktuellen Personallage besonders im Rückraum ist Matthias Polifka – von allen nur „Polle“ gerufen – in Leutershausen beim  Handball-Drittligisten in die vakante Bresche gesprungen. Dass er gut in das Mannschaftsgefüge eingepasst ist, zeigten seine zwei Tore, die er an der Bergstraße erzielte. Der 25. HG-Treffer resultierte dabei aus einer Aktion in der Nahwurfzone und Tor Nummer 30 gelang nach guter Vorarbeit von Jerrit Jungmann aus einer Kreuzung heraus im Rückraum. Wir fragten ihn wie es zu seinem Einsatz kam und erfahren einiges von seinen Eindrücken aus der Derbypartie und seine Meinung über die kommende Begegnung heute Abend gegen den GSV Eintracht Baunatal.

Wie kam es zu diesem Einsatz bei der SGL?

Matthias Polifka: Naja, da ich ab und an mal im Training einspringen muss, weil der eine oder andere Spieler fehlt und mir das ganz gut gelingt kam, eher im Spaß gemeint, schon mal die Frage von Holger, warum ich eigentlich nicht mehr spiele. Da hab ich nur gemeint: Keine Ahnung vielleicht weil ich nicht mehr der Jüngste bin. Da sich die Situation mit der Verletzung von Tom Jansen weiter zugespitzt hat, wurde aus Spaß ernst. Wir haben uns kurzfristig zusammengesetzt und ich habe mich bereit erklärt, die Mannschaft zu unterstützen.

Wie war das so vor dem Spiel in Leutershausen?

Polifka: Ich war schon etwas nervös, muss ich ehrlich gestehen. Ich meine, bei all meiner Erfahrung war es schon was Besonderes, wieder auf der Platte zu stehen. Und das dann ausgerechnet in Leutershausen bei einem Derby.

Und während der Partie?

Polifka: Unsere Jungs haben das richtig gut gemacht und eine sehr gute erste Halbzeit hingelegt und so spielten wir ein dickes Polster raus. Mir war aber auch klar, dass wir diese Leistung nicht über das ganze Spiel halten können und so kam es wie es gekommen ist. Wir haben unsere Linie etwas verloren und mit neun Zeitstrafen, teilweise unnötig, teils unberechtigt, in der zweiten Halbzeit Leutershausen stark gemacht. Dennoch hatten wir die Möglichkeit, den Sack zuzumachen mit einer 100-Prozent-Chance beim 31:29 in der letzten Minute.

Da war dann die Laune im Keller?

Polifka: Es ist natürlich bitter, wenn du mit elf Toren nach der Pause führst und am Ende einen Punkt liegen lässt. Aber wer hätte vor dem Spiel gedacht, dass wir einen Zähler holen. Entsprechend enttäuscht waren wir alle nach dem Spiel.

Ist das Verhältnis zu Trainer Holger Löhr anders als zu den restlichen Spielern?

Polifka: Nein, da habe ich keinen Sonderstatus. Holger und ich haben uns auf meine Funktion auf dem Feld verständigt und diese Funktion versuche ich bestmöglich auszuüben. Letztlich bin ich dann Spieler und somit gleichgestellt mit den anderen.

Kommt es jetzt auch vor Heimpublikum zum NSH-Polle-Coemback?

Polifka: Ja, ich werde wieder mit dabei sein. Ich freue mich schon auf die tolle Atmosphäre und die Unterstützung von unseren Fans. Die Stimmung in Leutershausen war schon echt klasse und in der Nordstadthölle, da bin ich mir sicher, wird das noch übertroffen. Wir brauchen die Unterstützung von unseren Fans. mj