Die Oststaffel und ihre verrückten Geschichten 

Auch am elften Spieltag – und in seiner Nachfolge – ist in der Oststaffel so einiges vorgefallen, was mancher so noch nicht erlebt hat. Und so „ganz nebenbei“ hat der ThSV Eisenach mit Schützenhilfe der „Baggerseepiraten“ von der HSG Rodgau/Nieder-Roden seine Tabellenführung auf vier Zähler gegenüber Nußloch ausgebaut, drei Minuszähler Vorsprung sind es auf Baunatal, welches jetzt zum Nachholspiel bei der HG Oftersheim/Schwetzingen erwartet wird. Eine vorverlegte Partie des 13. Spieltages werden Eisenach und Coburg II an diesem ansonsten freien Wochenende absolvieren.

ThSV Eisenach – HSG Hanau 34:22 (18:12)

Zwei Neuzugänge hat der ThSV vor dem Spiel verkündet, einer war auch mit dabei und sorgte gegen ein ausgeblutetes Gästeteam nach „Stotterstart“ von 4:6 und 7:8 für ordentlich Unterhaltung und Stimmung auf den wieder gut besetzten Rängen (mehr Zuschauer im Schnitt als in der letzten Zweitligasaison).

HSG Rodgau/Nieder-Roden – SG Nußloch 29:26 (16:12)

Sie sehen sich als Favoritenschreck, diese „Baggerseepiraten“, die sich nach dem Eisenach-Erfolg vor drei Wochen nun auch das Nußlocher Emblem an ihre Flagge heften dürfen. Die HSG setzte sich recht früh ab (12:8), durfte sich ihres Sieges aber lange nicht sicher sein (16:14, 23:23, 26:25). Aber mit Ruhe und „Riesenkämpferherz“ (Trainer Jan Redmann) wurde das Ding heimgeschaukelt. Die SGN machte zahlreiche Ausfälle (darunter Christian Zeitz) für die Niederlage mitverantwortlich, aber auch die HSG setzte nur acht Feldspieler ein.

GSV E Baunatal – MSG Groß-Bieberau/Modau 32:28 (20:12)

Vier Siege in Folge hatte die MSG bei Anreise im Gepäck, aber nach nur 20 Minuten Gegenwehr war die Aussicht auf Erfolg Nummer 5 schnell geschwunden, zwei weitere Minuspunkte belasteten die Rückreisestimmung. „Wir wollten Baunatal ärgern“, kommentierte Trainer Thorsten Schmid, musste dann aber 21 Fehlwürfe und sieben technische Fehler zählen. Zuviel für die stabile nordhessische Deckung vor Torwart Marian Mügge.

TV Gelnhausen – TVG Großsachsen 32:23 (15:15)

Beinahe unglaublich, aber dennoch geschehen: Erst fertigt Gelnhausen in der zweiten Halbzeit Großsachsen ab, dann tritt völlig überraschend Trainer Peter Jambor zurück. Sein Schritt war wohl aus privaten Gründen im Sinne einer handballerischen Auszeit vollzogen worden. Dabei war der Coach erst am 1. Juni auf dem Chefposten installiert worden. Für Großsachsen ist die Niederlage doppelt bitter. Zum einen quälte die 2:11-Zwischenbilanz der letzten Viertelstunde die „Saasemer“ Seele, zum anderen schied Denny Purucker mit Kreuzband- und Meniskusriss ein halbe Minute vor Abpfiff aus. Trainer Stefan Pohl war bedient.

SG Leutershausen – HG Oftersheim/Schwetzingen 31:31 (7:17)

Das gibt es wohl auch nicht alle Tage: Die favorisierte SGL war bis zur Pause völlig von der Rolle, kassierte danach noch das 7:18 und sicherte sich mit einer schier unglaublichen Aufholjagd in den Schlusssekunden noch einen Punkt, der wie ein Sieg gefeiert wurde. Das habe er auch noch nicht erlebt, ließ sich „Hausens“ Trainer Frank Schmitt zitieren. „Hohes Tempo und ein bisschen Glück in Sachen Schiedsrichter-Entscheidungen“ seien hauptverantwortlich gewesen, schreiben die Weinheimer Nachrichten. HG-Coach Holger Löhr wollte indes die Zeitstrafenverteilung (4:20 Minuten) nicht weiter kommentieren. Dabei hätte sein Team auch siegen können, wäre der letzte freie Wurf reingegangen, hätte es anschließend nicht ein Abstandsvergehen am gegnerischen Kreis gegeben und wenn Dominik Seganfredo nicht den dafür fälligen Strafwurf sicher verwandelt hätte, aber . . .

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – HSC Coburg II 36:21 (21:13)

Wetzlars Unterbau ließ gegen Coburgs „Zweite“ nicht viel anbrennen und holte den sechsten Sieg in Serie. Es war eine „Demontage der Franken“, nach dem 13:11, wie der Gießener Anzeiger schrieb. In den letzten 20 Minuten gestand die HSG dem HSC nur noch drei Treffer zu.

HC Erlangen II – SG Leipzig II 31:25 (14:14)

Im ersten Kellerduell des Spieltages war von Erlanger Seite angesichts „der individuellen Klasse ihrer Jungs“ der Sieg zur Pflicht erkoren worden. Leipzig hatte beim HCE ein „Saisontief“ ausgemacht, vermochte es aber nicht in ein eigenes Zwischenhoch umzuwandeln. Denn die zweite Spielhälfte gehörte weitgehend dem Gastgeber.

SG Bruchköbel – TV Bruck 31:26 (17:13)

Die SGB hat mit Dennis Weit einen neuen Rückraummann gefunden, dessen Einstand mit acht Treffern und dem Sieg im zweiten Vergleich gegen das Festhalten der Roten Laterne (die nun Leipzig trägt) als gelungen bezeichnet werden darf. Der nach dem 6:6 überragend erarbeitete Vorsprung (15:6) wurde eisern verteidigt, geriet kaum in Gefahr (26:23), da in entscheidenden Momenten wieder eine Schippe draufgelegt wurde (29:23) – auch durch Neuzugang Weit.