Favoriten haben’s auch nicht leicht 

Nicht nur die beiden Teams an der Spitze taten sich schwer, auch andere wurden nicht ohne Probleme ihrer Favoritenstellung gerecht, einige mussten sogar Federn lassen, aber letztlich zählen am Ende des Tages nur die Punkte, nicht deren Zustandekommen.

SG Leipzig II – ThSV Eisenach 29:31 (14:14)

Was für die einen ein weit entfernter Gegner wäre (über 200 Kilometer einfach), ist für andere, in diesem Falle für Leipzig II „das einzige Derby“. Die Thüringer vermelden derweil, dass sie die Tabellenführung mit diesem Sieg behauptet haben. Sie hätten sie aber auch noch im Falle einer Niederlage innegehabt – und die war gar nicht so unwahrscheinlich, wie es die Tabellensituation vermuten lässt. Denn der krasse Außenseiter Leipzig blieb über 26:27 bis zum 28:30 dran, verwarf dann einen Siebenmeter (59.). Zu Spannungserhöhung kam zwischendurch (33.) noch eine Zwangspause wegen eindringenden Regens durch das Hallendach und einige Entscheidungen der Schiedsrichter, die in Eisenach einen medialen Nachklang hatten.

SG Nußloch – SG Bruchköbel 29:25 (13:12)

Letztlich war es ein „Arbeitssieg“ (Nicolas Herrmann, SGN), und einmal mehr stellte Hanaus Jonas Ulshöfer einen Gegner vor schier unlösbare Probleme. Und auch hier stand der Sieger (nach 26:24) erst ganz kurz vor dem Ende fest. Dabei hatte die SGB nur ein Rumpftruppe von neun Feldspielern zur Verfügung, letztlich hätten aber Christian Zeitz und Kevin Bitz mit ihrer individuellen Klasse den Unterschied ausgemacht (Bruchköbels sportlicher Leiter Kazimir Balentovic) und „ein bisschen mehr Glück fehlte bei unglücklichen Pfiffen“. Nußloch stellt sich jetzt bei Rodgau/Nieder-Roden vor.

HSG Hanau – SG Leutershausen 26:24 (12:11)

War die letzte Heimniederlage nur ein Ausrutscher und Hanau startet erneut so eine beeindruckende Serie wie die letzte, als sie 19 Monate lang zuhause unbezwungen blieb? Der Grundstein ist jedenfalls nach „überzeugendem Kampf“ (HSG-Trainer Patrick Beer) gelegt. Aber die Entscheidung fiel „in dem total schwerem Ding“ erst in der vorletzten Minute. Die SGL musste dabei viele Hinausstellungen akzeptieren, „in den Zweikämpfen waren wir heute zu schwach, dadurch haben wir immer wieder Zeitstrafen kassiert“ (Mark Wetzel, sportlicher Leiter Leutershausen). Für Hanau geht es nun nach Eisenach.

TVG Großsachsen – GSV E Baunatal 33:33 (14:14)

Jubel auf der einen Seite (Hausherren), totaler Frust und Enttäuschung auf der anderen, da erübrigt sich die obligatorische Frage nach gewonnenem oder verlorenem Punkt. Schließlich kam Baunatal mit der Empfehlung, Favorit zu sein. Aber Philipp Schulz beendete mit einem Hammer als hessischen Siegträume, nachdem sein Team in dem wechselvollem Verlauf (5:1, 8:11, 19:23) nie aufgegeben hatte. Aber beim 23:27 (50.) oder 31:33 (60.!) wollte keiner mehr so recht an den TVG glauben und wurde eines besseren belehrt. Erst Jan Triebskorn, anschließend Zeitspiel Baunatal und dann kam eben Schulz mit Dampf aus einer Freiwurfvariante.

TV Bruck – TV Gelnhausen 35:26 (15:12)

„Noch nicht komplett im A...“, jubelte die Homepage von „Brookly United“ und freute sich über den zweiten Saisonsieg nach dem Auftakterfolg gegen Leipzig und reichte die Rote Laterne mal wieder an Brucköbel weiter und dort geht es jetzt als nächstes hin. Tempo und Abwehrverhalten seien die Sieggaranten gewesen, als die Hessen nach der Pause von den Franken überrannt wurden (20:13). Gelnhausen will jetzt gegen Großsachsen um Wiedergutmachung kämpfen und Bruck fährt mal locker nach Bruchköbel zum Kampf um die Schlussposition.

MSG Groß-Bieberau/Modau – HSG Rodgau/Nieder-Roden 23:18 (16:8)

Sieht man vom 1:1 ab, war dies ein klarer Start-Ziel-Sieg der MSG, die als „klarer Außenseiter“ (MSG-Coach Thorsten Schmid, allerdings hat die HSG noch kein Auswärtsspiel gewonnen) in dieses Rennen gestartet war und ihren Gästen dann ein 8:1 vor die Nase knallte. Zwar wurde der Vorsprung im Anschluss nicht mehr größer, aber in Gefahr geriet dieser Sieg auch nicht mehr, der die Verantwortlichen am Odenwaldrand, die mit sieben Feldspielern durcharbeiteten,  allmählich aufatmen lässt, allerdings führt der Weg jetzt nach Baunatal.

HG Oftersheim/Schwetzingen – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II 23:29 (8:15)

Die mittelhessische Presselandschaft hat die HSG im Aufwind gesehen und als Favorit in die Kurpfalz geschickt. Mit Recht: Während „bei uns nach 16 Minuten und 5:5 alle Dämme brachen“, musste HG-Trainer Holger Löhr zusehen, wie sein Team unweigerlich immer weiter in Rückstand geriet (6:15 durch Torwart Jane Cvetkovski, 13:24). Es war beim Gast, „das Ineinandergreifen sämtlicher Rädchen, dass für ein nahezu perfektes Gesamtpaket sorgte“ (Gießener Anzeiger). Auf die HG wartet jetzt das Derby in Leutershausen.

HSC Coburg II – HC Erlangen II 29:21 (15:9)

Für diesen Erfolg war an den Treffern gemessen der 28-jährige Andreas Wolf fast im Alleingang verantwortlich (13/2). Allerdings sieht das nackte Ergebnis deutlicher aus, als der Spielverlauf der zweiten Hälfte tatsächlich war (19:19/45.). Coburg zieht damit mit dem fränkischen Kontrahenten nach Punkten wieder gleich und in der Tabelle vorbei. Erlangen erwartet jetzt Leipzig, Coburg fährt zu Dutenhofen/Münchholzhausen. mj