Es bleibt dabei: Klassenerhalt ist das Ziel

Am 1. Juli feierte die Handball-Gemeinschaft Oftersheim/Schwetzingen mehr oder weniger im Stillen ihren 20. Geburtstag. Es war aber auch gleichzeitig der offizielle Startschuss für den neuen Trainer Holger Löhr und seine Spieler für die Vorbereitung auf die zweite Saison in der 3. Liga.

Dass die HG in einer starken, aber auch ausgeglichenen Südstaffel in ihrem Aufstiegsjahr einen hervorragenden sechsten Platz belegt hatte, war und ist auf jeden Fall ein Ausrufezeichen wert. Es weckt aber auch Begehrlichkeiten, könnte Vorschusslorbeer und Belastung zugleich sein. Deshalb schoben Coach und sportlicher Leiter Martin Schmitt jeglichen Spekulationen einen Riegel vor. Das für die Spielzeit 17/18 ausgegebene Ziel lautet erneut und eindeutig „Klassenerhalt“.

Erwartungen und Realität

„Wir müssen in der Tat aufpassen, dass die Erwartungen für die kommende Runde nicht zu hoch angesetzt werden“, sagt Martin Schmitt. „Uns ist allen bewusst, dass eine schwierige Saison vor uns liegt. Wir sind nicht mehr der überraschend starke Aufsteiger, der von der einen oder anderen Topmannschaft unterschätzt wird und – von der Aufstiegseuphorie getragen – die engen Spiele für sich entscheidet“, blickt er auf das Jahr zwei in der 3. Liga voraus. „Zudem ist die Klasse durch fehlende Aufsteiger (Nußloch und Horkheim) und den Absteiger Neuhausen aus der 2. Liga noch stärker geworden. Und im Gegensatz zur letzten Saison kann man aktuell kaum eine Prognose abgeben, wer sich eher unten in der Tabelle einordnen könnte. Ich erwarte ein sehr ausgeglichenes und breites Mittelfeld, aus dem am Ende drei Mannschaften absteigen müssen.“

Mehr Eigenverantwortung

Chefcoach Löhr hat ebenfalls mehrfach davor gewarnt, sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen, weshalb er auch für den Gesamtbetrieb Vorgaben machte: „Wir brauchen noch mehr Qualität in der Trainerschulung und müssen die jahrgangsübergreifende Verzahnung noch weiter voranbringen, die Toptalente weiter fördern und immer am Ball bleiben.“ So hat er auch die HG-internen Strukturen im Blick. Der konzeptionelle und der athletische Bereich sollten auf allen Ebenen noch mehr zentralisiert werden. Aber er weiß auch: „Es ist alles eine Frage des Budgets.“ So soll insgesamt eine höhere Professionalisierung bei der HG angestrebt werden.

Hier ist Schmitt allerdings eine Anmerkung ganz wichtig und er erklärt das Vorhaben im Detail: „Zunächst einmal möchte ich nicht, dass der Eindruck entsteht, dass wir in den letzten Jahren hier nur Freizeitsport absolviert hätten. Das war sicher nicht so. Aber Holger hat durch seine lange Erfahrung im Profisport einen anderen Blick auf Abläufe und Anforderungen. So haben wir die medizinische und physiotherapeutische Betreuung intensiviert; im Trainerteam haben wir uns breiter aufgestellt, sodass wir noch mehr in Kleingruppen arbeiten können. Aber die wohl wichtigste Änderung betrifft die Mannschaft selbst. Wir versuchen, den Spielern einen noch verantwortungsvolleren Umgang mit ihrem Körper zu vermitteln. Das betrifft das individuelle (Athletik)-Training, Verletzungsprophylaxe, Ausdehnen und das Erkennen beziehungsweise umgehende Melden von Verletzungen und Schmerzen. Es darf nicht sein, dass wir erst donnerstags von einer am Wochenende erlittenen Blessur erfahren. Denn dann ist das therapeutische Zeitfenster zum nächsten Spiel zu kurz und viel Zeit verloren“, appelliert der Arzt und Sportliche Leiter an die Eigenverantwortung der HG-Akteure.

Der Etat wurde indes, was „Neuverpflichtungen“ angeht, nicht sonderlich belastet. Die Mannschaft ist quasi komplett zusammengeblieben, einzig Jugendspieler Kevin Suschlik kam vom TSV Birkenau als „Externer“ hinzu, wird aber vorerst keine größere Rolle spielen. „Es gab bei ihm aber einen Rückschlag, er brachte leider eine komplizierte Verletzung des Kahnbeins mit, die jetzt erstmal operativ angegangen werden muss“, erläutert Dr. Schmitt. „Wir geben ihm aber die Zeit, die er benötigt, um wieder voll einsatzfähig zu sein.“ 

Vorbereitungsfazit

Mit der Vorbereitung waren die HG-Funktionäre zufrieden. Es lief zwar noch nicht alles rund, aber das sei in dieser Phase vor der Runde auch noch nicht zu erwarten. Außerdem gab es ja – nachdem der Kern des Teams zusammengeblieben ist – an ganz entscheidender anderer Stelle eine Veränderung: dem Trainerteam. „Man merkt, dass die Mannschaft sich erst an die neuen Schwerpunkte gewöhnen musste. Es wurden neue Angriffs- und Abwehrkonzepte einstudiert und aufeinander abgestimmt. Das braucht einfach Zeit. Aber die Jungs haben toll mitgezogen und insgesamt eine wahnsinnig intensive Zeit absolviert“, lobt Schmitt und berichtet weiter: „Wir haben die komplette Vorbereitung mit vier wirklich talentierten Jungs des Jahrgang 99 (A-Jugend) absolviert. Während Niklas Krämer schon in der letzten Saison einige Erfahrung in der 3. Liga sammelte, wurden und werden die drei anderen (Maximilian Herb, Max Barthelmeß und Kevin Suschlik) vorsichtig an diese Spielklasse herangeführt. Ich bin mir aber absolut sicher, dass wir an den Jungs noch viel Spaß haben werden!“