Es geht um den Klassenerhalt

Mit dem Aufstieg in die 3. Liga hat sich die erste Mannschaft der HG auf ein neues Abenteuer eingelassen. Klar war die höhere Spielklasse schon seit dem Abstieg in die Oberliga 2010 das erneut anvisierte Ziel. „Doch ironischerweise haben wir die Oberliga-Meisterschaft in einer Situation gepackt, als wir überhaupt nicht damit rechneten, als wir uns mit dem jungen Team in einer Saison des Umbruchs wähnten“, blickte der sportliche Leiter Martin Schmitt zurück. 

Einig sind sich alle im Führungsstab der HG, dass es – trotz einiger Überraschungserfolge in der Vorbereitung – vom ersten Spieltag an nur um den Klassenerhalt gehen kann. Aber Schmitt glaubt an das Team: „Ich bin mir sicher, dass wir mit den Jungs noch viel Vergnügen haben werden.“

Er hatte für die erste Trainingsphase den Kader breit aufgestellt. Zusätzlich zu Kreisläufer Jannik Geisler, Rückraumkanonier Hendrik Wagner und dem sprintstarken Marvin Seyfried, die aus der Jugend nachrückten, kam der 19-jährige quirlige Lukas Sauer (aus Kronau/Östringen). Im rechten Rückraum zieht jetzt auch der wurfstarke Adrian Fritsch (aus Nußloch) seine Kreise, der schon früher als Ottenheim/Altenheimer Jugend-Spieler die HG geärgert hat, aber jetzt für die Nordbadener Tore werfen will und wird. 

Die Rolle des „Alterspräsidenten“ der Feldspieler hat jetzt Kai Rudolf (vom TV Bretten) inne. Er wird kurz nach dem Saisonstart 30 Jahre alt werden und dem noch 30-jährigen Kapitän Daniel Unser zur Seite stehen.

Eine weitere „Blutauffrischung“ erfuhr der Trainingskader, der dann 22 Köpfe zählte, noch durch die Integration von vier aktuellen Jugendspielern, die langsam perspektivisch an den Aktivenbereich herangeführt werden sollen. Zusammenfassend bleibt bestehen: Mit einem Altersschnitt von 21,5 Jahren dürfte die HG wohl neben Pfullingen und der SG Pforzheim/Eutingen mit das jüngste Team präsentieren.

Deshalb sollten die Erwartungen auch nicht zu hoch geschraubt werden. Aber mit ihrer Spielweise erobern die Himmelsstürmer die Herzen im Sturm. So etwa beim eigenen Turnier im August zu Ehren des Handballkameraden Patrick Lengler, als das Team den Zweitligisten Saarlouis bezwang. „Das war überzeugend und hat der Mannschaft viele neue Fans gebracht“, freute sich damals HG-Vorstand Peter Knapp.

 

Wer sind die Gegner?

Doch gegen welche Teams gilt es in der neuen Spielklasse zu bestehen, um nicht wieder in die Viertklassigkeit abzurutschen, was aber auch kein Beinbruch wäre. Als einziger bayrischer Vertreter ist der TuS Fürstenfeldbruck dabei, der die letzte Runde in der Oststaffel auf Rang zwei abschloss. Auf das Recht der Aufstiegsrelegation verzichteten die Münchner Vorstädter aber. Die Brucker führten „Vernunftgründe“ dafür ins Feld, wollen sich aber für diese Runde auf keine Zielvorgaben einlassen.

Auf der ganz anderen Seite der Landkarte Süddeutschlands ist der SV Zweibrücken angesiedelt. Die Westpfälzer repräsentieren den saarländischen Handball-Verband und sind dort hinter Zweitligist HG Saarlouis die Nummer zwei.

Bekannter bei der HG sind aber etliche der württembergischen Teams, auf die Oftersheim/Schwetzingen in den letzten Jahren immer wieder gestoßen ist. Heilbronn-Horkheim, Köndringen/Teningen, Balingen/Weilstetten II (eventuell mit dem ehemaligem HG-Torhüter Jonas Baumeister), das bereits erwähnte Pfullingen und sein letztjähriger Mitaufsteiger Oppenweiler, der inzwischen mit Backnang fusionierte.

Was diese Liga aber für die Badener so besonders prickelnd macht, ist die Fülle an Derbygegnern. Pforzheim ist da beinahe schon eine weite Fahrt. Dort am Schwarzwaldrand, wo sich TGS und die SG Pforzheim/Eutingen ihre Stadtduelle liefern, hat auch Oftersheim/Schwetzingen schon viele intensive Partien bestritten, meist von großer Anhängerschar begleitet. An der badischen Bergstraße sind dann Kronau/Östringen II, Nußloch und Großsachsen mit den ehemaligen HGlern Jan Triebskorn und Marius Jörres angesiedelt. Es lässt sich unschwer ausmalen, dass hier emotionale Vergleiche auf alle zukommen.

Aber auch auf der anderen Rheinseite warten noch Gegner, deren Namen und teilweise Spieler hier nicht unbekannt sind. Mit Hochdorf, Haßloch und Mitaufsteiger Mundenheim warten drei weitere Mannschaften in Nahdistanz auf die sonst weite Fahrten gewohnte Youngster-Truppe der HG.