Von Tradition kann man sicher noch nicht ganz sprechen, aber immerhin fand das offene Torwart-Camp der HG Oftersheim/Schwetzingen schon zum zweiten Mal in der ersten Woche nach Ostern statt. 

Geladen, wie schon beim ersten Mal, alle weiblichen und männlichen Torhüter der Jahrgänge 2004 und älter. Jüngeren Torhütern reicht oft noch das gute Ballgefühl, ein Stück Talent und der Spaß an der Sache, deshalb wurden diese noch nicht berücksichtigt. Außerdem ist die Belastung innerhalb von zwei Tagen mit fast 6 Stunden Training täglich nicht unerheblich, körperliche Fitness ist also die Grundvoraussetzung. 

Es waren nicht weniger als 24 Torhüter die sich beim ersten Durchgang, dienstags und mittwochs angemeldet hatten und 14 Ältere für Freitag, Samstag. Im Vergleich zum ersten Torwart Camp in den Herbstferien 2017 wurde hier vor allem dem Wunsch stattgegeben, kleinere Gruppen mit mehr Fokus auf den Einzelnen zusammenzustellen. Was natürlich hieß, dass das Training auch intensiver war. 

Headcoach – wie schon im ersten Durchgang 2017 – Vanja Radic, Handball Goalkeeper Trainer mit jugoslawischen Wurzeln, die sich akribisch auf alle Trainings vorbereitet und den Teilnehmern zusätzlich zum Fachwissen gleich noch Englischunterricht verpasst. Vanja spricht kein Deutsch. 

Anfangs noch eher schüchtern, schien das Eis schnell gebrochen, die Teilnehmer wurden umso munterer, sprachen plötzlich Englisch und der erste Tag war auch schon vorbei für alle 24 Torhüter. Viel Grundwissen für Würfe aus der Nahzone war an der Tagesordnung, gewiss für niemanden völlig neu, aber dann doch Augen öffnend. An vier Toren gleichzeitig wurden die Teilnehmer teils von Vanja Radic, aber auch von Martin Damm, Michael Braun, Manuel Lochert, sowie Annabelle Bosse, Florian Steinbach und Max Herb bearbeitet. 

Fragt man die Teilnehmer mal selber,  so kommt durchwegs positives Feedback: 

„die Basics werden mir hier so gut erklärt, ich möchte dieses Training neben dem Torwart Training im Verein nicht missen“

„ich habe kein Torwart-Training, es gibt keine bessere Vorbereitung auf die österreichische U13 Meisterschaft wie hier“

„Wäre Vanja nicht Headcoach müsste ich länger überlegen, um zu kommen. Die anderen Coaches hatte ich mir aber nie im Leben so gut vorgestellt. Hier bekommt man nun geballtes Grundwissen und Praxis in zwei Tagen serviert“.

„Mit den älteren Teilnehmern in der zweiten Gruppe am Freitag und Samstag sah es nicht anders aus. Hier merkt man jedoch sofort, dass schon eine andere Einstellung zu Leistungssport herrscht, die Teilnehmer sich besser und länger konzentrieren können und auch die Ruhephasen wirklich als Ruhephasen genießen. 

Auch in dieser Gruppe waren Würfe aus der Nahzone und Würfe von Außen programmbestimmend, obschon auch neuronales Aufwärmen, kognitive Fähigkeiten, Handlungsschnelligkeit, Entscheidungsschnelligkeit und peripheres Sehen trainiert wurde. 

Cool down mit Physio Christian Gervers, der üblicherweise die Herrenmannschaft der 3.Liga betreut und die eine oder andere direkte Schnelldiagnose zu Fehlstellungen oder Bedarf zur gezielten Krankengymnastik rundeten das Programm ab. 

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, ohne Verletzungen und mit der Sicherheit dass sich jeder mehr oder weniger herausgenommen hat und die eine oder andere Übung auch zu Hause weitermacht.