Das Powercamp der HG Oftersheim/Schwetzingen für Nachwuchshandballer von der E- bis zur C-Jugend setzte einmal mehr neue Akzente, ja neue Maßstäbe. Mit großzügiger Unterstützung des HG-Jugendförderkreises und der Sparkasse Heidelberg war vier Tage lang nicht nur ein großes Gewusel in der Schwetzinger Nordstadthalle, sondern oft auch achtungsvolle Ruhe, um die neuen Inhalte gebührend aufzunehmen.


„Das hat alles super geklappt“, lobte Organisator Tobias Kreichgauer seine Mitstreiter und Helfer. „Da war schon die Vorbereitung mit Ulli Arda, Chris Wegner und Frank Sander top – und die Umsetzung jetzt hat Eins-zu-Eins funktioniert.“ Kein Problem gab es auch mit den Spielern der ersten Mannschaft und ihrem Coach Holger Löhr und dessen „Co“ Matthias Polifka, die in den Übungsbetrieb fest integriert waren.
Die Einheiten mit Löhr, der aber auch für die nicht handballspezifischen Aufgaben zur Verfügung stand, waren besonders intensiv. Die Kleinen wurden beim komplexen Kreuzen, Passen, Fangen, Täuschen fast genauso rangenommen wie seine „Großen“ im Drittliga-Training. Aber er sparte auch nicht mit Lob: „Männer, das habt ihr prima gemacht, ich weiß, dass das nicht sehr einfach war.“
Stand letztes Jahr noch ein Rot-Kreuz-Kurs im Programm, war jetzt Prävention, auch was die Suchtgefahren angeht, auf dem Stundenplan, für die von der Polizei Carsten Petzold referierte und Tipps zur „Kleinen Selbstbehauptung“, zu Einbruchsgefahr und anderen Themen gab. Zum Beispiel erläuterte er den Kindern, wie sie sich zu verhalten hätten, wenn plötzlich ein fremdes Auto neben ihnen halten würde. Im Gepäck hatte Petzold auch eine „Suchtbrille“ parat, mit der verdeutlich wurde, wie sich das Gesichtsfeld bei verschiedenen Alkoholpegeln verändern würde. Aus Mannheim war der Sozialarbeiter Björn Feil vor Ort in Schwetzingen, der den jungen Sportlern Grundlagen der Selbstverteidigung lehrte und trainierte.
Selbstverständlich sah die Planung auch ausreichend Pausen zur Regeration vor. Aber davon wollten die umtriebigen Unruhestifter nicht unbedingt immer etwas wissen. Da wurden ruck-zuck selbstständig Teams eingeteilt, Laibchen übergezogen und los geht es mit dem durchaus strukturierten Handballspielen – ohne jegliche Anleitung. Dort wie auch im viel umjubelten Abschlussturnier zeigten die Racker, was sie schon alles im breit gefächerten Repertoire haben: Körpertäuschung, blindes Abspiel, gefühlvoller Heber bis hin zum strammen Schuss.
Bei dem Endturnier trafen dann so illustre Teams wie „Polles Hipp-Hopp-Piraten“ auf „Ollis Oberknalltüten“. Tobi schickte „Gorillas“ gegen „Carstens Raketen“ ins Rennen. Da wurden auch mal taktische Raffinessen von den Coaches ausgepackt. Statt wie üblich hinten am Kreis, wurde über das ganze Feld verteidigt. Dazu gab es jede Menge Wallung auf der Tribüne. Bei jeder gelungen Aktion wurde gejubelt, jedes Foul, jeder Treffer fand seinen Applaus. Das kostete mit Sicherheit genauso viel Energie wie gerade selbst zu spielen. Kein Wunder, dass manche Eltern später erzählten. „So gut und so schnell hat Unserer noch nie geschlafen.“
Magdalena (9 Jahre/JSG Leutershausen/Heddesheim) steht für die Mädchen, die sich in dieser Veranstaltung zu behaupten wussten: „Ich finde es klasse hier, weil man schnell neue Freunde finden kann.“ Lars (11/HG) urteilte: „Es war toll, dass wir hier in verschiedenen Gruppen immer etwas neues lernen. Und das Essen war auch lecker.“ Schließlich ist jede Truppe nur so gut wie ihre Verpflegung. Mark (11/HG) gab noch zu bedenken: „Das Camp war schon sehr gut, aber manchmal auch ziemlich kompliziert.“ Und für den kleinen Tom stand im stolzen Mittelpunkt, dass er mit seinem Idol, dem großen Tom (Jansen) gemeinsam trainieren durfte.      mj