Die Grundzüge der HG-Jugendarbeit erklären, für mehr Transparenz hinsichtlich Aufgaben und Finanzen der Handballjugend sorgen und Raum fürs Kennenlernen, für Fragen und Diskussionen bieten – das waren einige der Ziele des ersten HG-Infomarkts, den die Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen dieser Tage für die Eltern ihrer rund 300 Kinder und Jugendlichen veranstalteten.

Im gut besuchten Foyer der Nordstadthalle zeigte Jugendleiter Markus Barthelmeß zunächst auf, welch großer Aufwand von der HG betrieben wird, um die Handball spielenden Jungen und Mädchen bestmöglich zu betreuen. Rund 50 Trainer und Übungsleiter engagieren sich in wöchentlich mehr als 40 Trainingseinheiten und bei den Rundenspielen am Wochenende für die HG-Talente. Wobei „Talent“ weit gefasst ist, denn jedes Kind soll seiner Leistungsstärke entsprechend bei der HG Spaß an der Bewegung haben, gefordert und gefördert werden. „Wir bieten Leistungs- und Breitensport, wollen unserer Verantwortung gegenüber den Jugendlichen gerecht werden, wollen ihnen Werte wie Fairplay und Teamgeist vermitteln und sie auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleiten“, so Barthelmeß.

HG-Vorsitzender Peter Knapp bedankte sich bei den Eltern für ihren Einsatz, beispielsweise beim Thekendienst bei den Heimspielen des Drittliga-Teams, und skizzierte den organisatorischen Aufbau der HG in einen gemeinnützigen Förderkreis und eine Spielbetriebs-GmbH. Er berichtete nicht ohne Stolz, dass in der HG, die als Gemeinschaft der Handball-Abteilungen der Stammvereine TSV Oftersheim und TV 64 Schwetzingen vor nunmehr 22 Jahren gegründet worden war, rund 150 ehrenamtliche Helfer fast täglich im Einsatz sind. „Die ganz überwiegende Mehrheit der Vereine im Badischen Handball-Verband dürfte uns um diese Strukturen und dieses Engagement beneiden“, so Knapp.

Anhand zweier Beispiele rechnete der Vorsitzende vor, dass die Ausgaben für Trainer, Trikots, Schiedsrichter, Verbandsgebühren und Fahrten der Jugendteams die Einnahmen durch Zuschüsse, Sponsoren und  Spenden deutlich übersteigen. Er appellierte deshalb an die Eltern, Mitglied im Förderkreis zu werden und mitzuhelfen, neue Werbepartner für die HG zu finden.

An drei „Marktständen“ konnten sich die Eltern über die sportlichen und außersportlichen Angebote der HG an ihre Jugendlichen gemäß des Mottos „HG - mehr als Handball“ informieren. So stärken die Handballer beispielsweise gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner AOK das Selbstwertgefühl der Jugendlichen, bieten Kurse zu Stressbewältigung, Ernährung und Suchtprävention. Die Bildungspartnerschaft mit dem Technologiekonzern ABB ermöglicht den Jugendlichen unter anderem, in verschiedene Ausbildungsberufe „reinzuschnuppern“ und sich besser auf Bewerbungsgespräche vorzubereiten.

Die Eltern erfuhren, dass die HG gemeinsam mit ihren Stammvereinen den älteren Jugendlichen auch die Möglichkeit bietet, ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren und sich zum Übungsleiter ausbilden zu lassen. Wer sich ein ordentliches Taschengeld hinzuverdienen möchte, könne zudem die Schiedsrichter-Laufbahn einschlagen. Ganz neu ist ein Projekt, Jugendliche der HG an Sponsoren zu vermitteln, die auf der Suche nach motivierten und leistungsbereiten Azubis und Studenten sind.

Die Auswertung der Feedbackbögen ergab ein eindeutiges Bild: Die Eltern haben nun ein besseres Verständnis der Ziele und Herausforderungen der HG-Jugendarbeit. Sie dürften deshalb wohlwollend die Ankündigung von Jugendleiter Markus Barthelmeß vernommen haben, dass diese neue Form des Elternabends in Zukunft regelmäßig stattfinden soll. mj