HG Oftersheim/Schwetzingen freut sich auf die neue Herausforderung / Aufstiegsmacher Klaus Braun bleibt Trainer

Was für ein Durchmarsch! Vier Aufstiege in vier Jahren - das spricht eine eindeutige Sprache. Die Handballerinnen der HG Oftersheim/Schwetzingen sorgen für Furore und greifen in der neuen Saison auch in der Handball-Badenliga an.

Dabei war die Erfolgsserie keinesfalls ein Selbstläufer, denn nach dem Aufstieg in die neugegründete Verbandsliga hatte das Trainergespann um Klaus Braun und Manuel Lochert zunächst einmal mit vielen Problemen zu kämpfen: Im Training fehlten aus verschiedensten Gründen immer wieder Spielerinnen. Aber auch allgemein hatte sich der Kader durch die schwangerschaftsbedingte Pause von Madeleine Münch und die Schulteroperation von Milica Blagojevic ausgedünnt. Glücklicherweise erhielten Bianca Stan und Wiebke Wieczorek von Neuzugang Jule Wolf Unterstützung im Tor. Die zweitligaerfahrene Wolf hatte vor ihrem Comeback eine Pause eingelegt und hütete davor bei den Kurpfalz-Bären das Gehäuse.

Probleme in der Vorbereitung

Zu Rundenbeginn überraschte die HG dann mit einem Sieg gegen TV Viktoria Dielheim. Der Start war geglückt und im Laufe der Hinrunde zeigte sich, dass die Mannschaft die Möglichkeit hatte, an der Tabellenspitze mitzumischen, denn weitere Siege folgten. Die Konsequenz war die Herbstmeisterschaft. Nur gegen den HC Mannheim/Vogelstang und gegen den BSC Mückenloch gab die Braun-Sieben Punkte ab.

Die Ziele wurden nach oben korrigiert, der Aufstieg in die Badenliga wurde angepeilt. Den noch bevorstehenden Spielen blickten die beiden Trainer und die Spielerinnen motiviert entgegen. Neuzugang Nina Marmol Carmona, eine Linkshänderin, brachte frischen Wind. Allerdings hatte die Mannschaft auch Verletzungssorgen: So fiel Annabel Bosse aufgrund einer Knieverletzung aus.

So ganz verkraftete die Mannschaft den Ausfall nicht, so dass unzufriedenstellende Leistungen gegen die TG Neureut II (21:21) und die KuSG Leimen (13:13) nicht ausblieben. Doch die Mannschaft fing sich wieder und zeigte gegen Knielingen und die HSG Walzbachtal zwei bärenstarke Leistungen. Nach dem 32:17 gegen die HSG war der Titelgewinn klar. Der Aufstieg wurde ausgiebig gefeiert. Die Erfolge in der Verbandsliga wären aber ohne die tatkräftige Unterstützung nicht möglich gewesen. Die 16 Spielerinnen ließen es sich auch nicht nehmen, eine unvergessliche Abschlussfahrt nach Amsterdam zu organisieren.

Besonders positiv fiel Tamara Gölitz auf. Sie wurde Torschützenkönigin und stach aus einem guten Kollektiv noch einmal zusätzlich hervor. Zwar pausiert das Team derzeit noch, doch im Hintergrund laufen die Planungen für die neue Saison. Ein Highlight in der Badenliga werden sicherlich die Nachbarschaftsduelle gegen den TV Brühl, auf die sich die HG-Spielerinnen freuen. Doch auch vor der Badenliga ist Trainer Braun nicht bange: "Die Mädels haben in den Trainingseinheiten sehr gut mitgezogen, nur so konnten wir Erfolg haben. Alle Spielerinnen haben einen Schritt nach vorne gemacht und wir sind verdient Meister geworden. Wir sind nun gespannt und freuen uns auf die Badenliga."

Wolf bleibt, Zachert kommt

In Sachen Kaderplanung gibt es auch Neuigkeiten zu vermelden. Den Verein verlassen wird Carina Geib, die sich verletzungsbedingt von der Mannschaft löst. Außerdem wird die allseits geschätzte Physiotherapeutin Dagmar Seidler ihren Platz auf der Bank räumen.

Kontinuität herrscht dagegen auf der Trainerbank: Bei der Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins verkündete Jochen Gölitz, der Sportliche Leiter des weiblichen Bereichs, gleich drei Personalentscheidungen: "Zum einen ist es uns gelungen, Klaus Braun ein weiteres Jahr als Trainer zu gewinnen." Meistermacher Braun soll die Mannschaft bei der Herausforderung Badenliga begleiten.

Bei dieser Mission wird dann auch Saskia Zachert mitwirken. Sie durchlief die HG-Jugendabteilung, wandte sich dann erst dem TV Brühl und anschließend der TSG Ketsch zu. Mit der Zweitliga-Reserve der Ketscher stieg sie in die 3. Liga auf. Außerdem bleibt Torhüterin Jule Wolf den HG-Frauen treu und zwischen den Pfosten stehen. mjw

© Schwetzinger Zeitung, Samstag, 24.06.2017