Der Name des seit 2012 ausgetragenen Draht Mayr Cups wurde im siebten Jahr zu Ranko Cup geändert. Das Turnier hat dadurch aber nichts an seinem Charakter, einem Stelldichein hochkarätiger Jugendmannschaften, verloren. So sind auch in diesem Jahr wieder einige renommierte Jugendmannschaften von Erst- und Zweitliga-Mannschaften der Einladung des Gastgebers TSG Wiesloch gefolgt:

  • Rhein-Neckar-Löwen (Tabellenführer der Badenliga)
  • HSG Wetzlar (Tabellenführer der Oberliga Hessen)
  • TSG Friesenheim (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und Vorjahressieger)
  • JSG Balingen/Weilstetten (Tabellenführer Württemberg Oberliga)
  • HSG Konstanz (Tabellenführer Südbadenliga-Süd)
  • TuS Helmlingen (Tabellenführer Südbadenliga-Nord)
  • TSG Wiesloch (Landesliga Nord des Badischen Handballverbandes)
  • und die .... HG Oftersheim/Schwetzingen (Badenliga)

 

Eingeteilt in zwei Gruppen von je vier Mannschaften spielten die Mannschaften die Platzierungen der Vorrunde heraus (Spieldauer je 20 Minuten). Die beiden erstplatzierten Mannschaften erspielten sich den Einzug ins Halbfinale, in dem über Kreuz gegen die anderen beiden erstplatzierten Mannschaften gespielt wurde. Für die Sieger ging es ins Finale, für die Verlierer blieb das Spiel um Platz drei. Die dritt- und viertplatzierten Mannschaften spielten dann direkt gegeneinander und ermitteln so die Rangfolge. 

Die HG hatte es in ihrer Vorrunde mit der HSG Wetzlar, der HSG Konstanz und dem Gastgeber, der TSG Wiesloch zu tun. 

 

HG – HSG Wetzlar (6:12)

Bereits im Vorjahr stand man sich im „kleinen Finale“ gegenüber, wo man über die Spielzeit keinen Gewinner ermitteln konnte. Im 7-Meter-Entscheid konnte sich die HG seinerzeit durchsetzen und einen sehr guten dritten Platz erringen. Insofern war für den Nachwuchs des Bundesligisten HSG Wetzlar sicher noch eine Rechnung offen. Für die Truppe von Trainer Jörg Madinger war also Vorsicht geboten. Auch war klar, dass man sich in einem kleinen Teilnehmerfeld keine Ausrutscher erlauben durfte. 

Die Hoffnung auf einen guten Start war schon in den ersten Minuten dahin. Man merkte schon, dass es das erste Spiel der HG an diesem Tag war, und es wollte noch nicht wirklich viel klappen. Auch nach einer fahrigen Anfangsphase der HG wurde es leider nicht besser. Viel zu wenig Bewegung, zu wenig Durchschlagskraft in den Angriffen, zu viele Einzelaktionen, wenig Zusammenspiel. Man konnte festhalten, den Start mit einer Torausbeute von 6 Treffern in 20 Minuten kräftig verschlafen zu haben. 

 

 

HG – TSG Wiesloch (13:12)

Im zweiten Spiel gegen den Gastgeber durfte man sich nun keinen Ausrutscher erlauben. Zudem galt es, eine andere Einstellung zum Spiel zu bekommen, denn mit der Performance aus dem völlig verkorksten ersten Spiel wird es gegen jeden Gegner schwierig. Anfänglich sah es schon ganz danach aus, als dass man den richtigen Schalter hatte umlegen können. Die Anfangsphase gehörte der HG. Allerdings spielt die TSG Wiesloch im heimischen Turnier traditionell selbstbewusst auf (sie gewann im letzten Jahr ihr Vorrundenspiel gegen den späteren Turniersieger Friesenheim) und nutzte auch in diesem Spiel ihre Chancen. So konnte die HG zwar eine kleine Tordifferenz herausspielen, aber richtig absetzen konnte sie sich nicht. Mit zunehmender Spieldauer schmolz der Vorsprung und die TSG Wiesloch verkürzte Tor um Tor. Die Unsicherheit im Spiel kam zurück und so wurde das Spiel unerwartet gegen Ende richtig spannend. Mit einem knappen 13:12 retteten sich die HG-Jungs über die Ziellinie. 

Man musste sich schon die Augen reiben, denn der Trainer, die Mannschaft und auch die Fans wissen, dass es auch ganz anders geht. Aber irgendwie war bis hierhin der Wurm drin. Auch frische Impulse durch verschiedene Aus- und Einwechslungen brachten wenig Verbesserung. So hatte sich niemand die Teilnahme am Turnier vorgestellt. 

 

HG – HSG Konstanz (17:10)

Mit einem Sieg gegen den die HSG Konstanz würde die HG den Einzug in das Halbfinale erreichen können. Hierzu war aber eine sehr deutliche Steigerung von Nöten. Wie ausgewechselt präsentierte sich die HG-Jungs in diesem Spiel. Es war schön zu sehen, dass sie ihr Spielvermögen an diesem Tag doch noch zeigen konnten. Eine durchaus ansprechende Leistung und mannschaftlich herausgespielte Tore brachten sichtlich Sicherheit in das bis dahin kritisierte Spiel der HG. So war viel mehr Bewegung in den Aktionen, mehr Biss in der Abwehr und auch die Torwartleistung steigerte sich. So wurde von Anfang an die Führung übernommen und kam zu keiner Zeit in ernste Bedrängnis. Mit der Erkenntnis, mit diesem Sieg den zweiten Vorrundenplatz erspielt zu haben, war auch klar, dass man es im Halbfinale mit dem wohl schwersten Gegner des Turniers zu tun bekam. 

 

Halbfinale 

HG – Rhein-Neckar-Löwen (12:11)

Die Rhein-Neckar-Löwen sind aus der Badenliga bestens bekannt. Sie waren es, die der HG ihre bisher einzige Niederlage in der laufenden Saison gleich am ersten Spieltag einbrachten. Auch im Turnier boten die Löwen eine bis dahin souveräne Leistung und gewannen ihre drei Vorrundenspiele klar und deutlich. 

Bildquelle: Kraichgau-Lokal.de

 

Den besseren Start ins Spiel erwischten die Rhein-Neckar-Löwen und legten jeweils mit 2/3-Toren vor. Aber die HG blieb auf Schlagdistanz und stellte zunehmend eine gute Abwehr, in der es ihr gelang, den Aktionsradius der stark besetzten Halbpositionen der Löwen zu begrenzen. Gleichzeitig wurden schön herausgespielte Chancen genutzt. Auch in den eins-gegen-eins-Aktionen war der Wille, das Spiel nicht zu früh abzuschreiben, erkennbar. Emotionen, die auch auf der Zuschauertribüne ihre Wirkung nicht verfehlten. Es entwickelte sich ein schönes und schnelles und im zunehmenden Verlauf ausgeglichenes Handballspiel auf Augenhöhe – eine tolle Werbung für den Handball-Sport!

Neben der Abwehr war auch die deutliche Steigerung der Torwartleistung dafür verantwortlich, dass die HG zwischen der 10. und 15. Spielminute die Tordifferenz auf ein Tor verringern konnte. Erstmals in der 17. Spielminute gelang der HG der Ausgleich. Die letzten drei Minuten des Spiels waren an Spannung und Dramatik kaum mehr zu überbieten. Angefeuert von der jeweils eigenen Bank und den Fans, wurden erfolgreiche Aktionen auf beiden Seiten lautstark bejubelt. In der letzten Minute konnte die HG sogar die Führung übernehmen. Nur noch wenige Sekunden waren bis zum Einzug ins Finale zu überstehen. Dennoch gelang es den Löwen nochmals über außen frei auf das HG-Tor zu werfen. Der Ball verfehlte allerdings das Gehäuse. Ein denkbar knappes Ergebnis mit einem glücklichen aber auch schwer erkämpften Sieg für die HG. 

 

Bildquelle: Kraichgau-Lokal.de

Finale 

 HG – JSG Balingen/Weilstetten (13:12)

Die JSG Balingen/Weilstetten hatte sich gegen die HSG Wetzlar im Halbfinale mit 14:10 durchsetzen können. Auch die JSG Balingen/Weilstetten ist der HG kein unbekannter Gegner, hatte man doch im vergangenen Jahr ein gemeinsames Trainingslager absolviert. Danach gab es noch Aufeinandertreffen beim letztjährigen Draht Mayr Cup, dem GTÜ-Cup in Herrenberg sowie dem Turnier in Albstadt. Der HG blieb in diesen drei Spielen ein Sieg jeweils vergönnt. 

Mit dem Rückenwind des gewonnenen Halbfinales gegen die Liga-Rivalen aus Kronau und dem zunehmenden Glauben an die eigenen Stärken sollten an diesem Tag auch hier eine Überraschung her. 

Vom Start weg gelang es der HG, über ein schnelles Angriffsspiel und tollen Erfolgen über den Kreis, mit jeweils 1-2 Toren vorzulegen. Aber auch die „Gallier von der Alb“ aus Balingen zeigten, dass sie nicht umsonst im Finale standen und verlangten der Truppe von Jörg Madinger nochmals alles ab. In der 10. Spielminute konnte auch durch eine erneut sehr gute Abwehr- und Torwartleistung der Abstand auf zwischenzeitlich 4 Tore ausgebaut werden. In den verbleibenden Minuten ging es augenscheinlich darum, wer nach einem so langen und intensiven Handballtag noch mehr Sprit im Tank hatte. Seitens der HG wurde weiterhin mit vollem Tempo gespielt, was gegen so einen starken Gegner auch erforderlich ist. Allerdings führten einige riskante Aktionen zu leichten Ballverlusten, die wiederum von den Balingern in der spannenden Schlussphase für Torerfolge genutzt werden konnten. Reichen sollte dies aber nicht mehr, ganz zur ausgelassenen Freude der HG. 

Erstmals seit dem Bestehen des Draht Mayr bzw. Ranko Cups konnte die HG Oftersheim/Schwetzingen, nach einem 2. Platz in 2015 und einem 3. Platz in 2017, einen tollen ersten Platz erreichen. 

 Quelle: Kraichgau-Lokal.de

Bildquelle: Kraichgau-Lokal.de

 

Endergebnis:

 1. Platz: HG Oftersheim/Schwetzingen

2. Platz: JSG Balingen/Weilstetten

3. Platz: Rhein-Neckar-Löwen

4. Platz: HSG Wetzlar

5. Platz: TuS Helmlingen

6. Platz: HSG Konstanz

7. Platz: TSG Friesenheim

8. Platz: TSG Wiesloch

 

Bester Torhüter: Luca Berghoffer (HG Oftersheim/Schwetzingen)

Bester Spieler: Paul Sommer (JSG Balingen/Weilstetten)

Bester Torschütze: Florian Heidt (TuS Helmlingen)

 

Für die HG spielten:

Luca Berghoffer, Nick Busack, Valentin Clarius, Luka Hartmann, Mark Hartmann, Lennart Beisel, Larsen Angermann, Marc Kern, Marcel Kind, Norman Merkel, Niklas Michalski, Till Nasgowitz, Simon Otto und Felix Merkel (als Betreuer)

 

Trainer: Jörg Madinger 

 mm

 

PS: hier gehts zum offiziellen Bericht des Veranstalters