Das neue Jahr begann für die C1-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen schon fast traditionell mit dem RANKO-Cup in Wiesloch, der wieder einmal erstklassig besetzt war. Als Titelverteidiger angetreten, musste sich das Team dieses Jahr allerdings mit dem sechsten Platz zufriedengeben.

Gerade weil das Leistungsniveau der C-Jugend-Badenliga sehr inhomogen ist, bieten Turniere wie der RANKO-Cup die seltene Gelegenheit, sich intensiv mit anderen Topteams zu messen. Die acht Mannschaften des diesjährigen Turniers traten zunächst in zwei Gruppen an. Ligakonkurrent Rhein-Neckar-Löwen bekam es dabei mit der HSG Konstanz, der TSG Friesenheim und der JSG Neckar/Kocher zu tun. Die HG Oftersheim/Schwetzingen musste gegen die Gastgeber, der TSG Wiesloch, gegen die SG Ottenheim/Altenheim und gegen die HSG Rodgau/Nieder-Roden antreten. Ottenheim und Altenheim sind zwei Dörfer in der Ortenau, westlich von Offenburg, einer Region mit einer großen Handballtradition. Mit Rodgau werden die Handball-Laien höchstens die „Rodgau Monotons“ verbinden. Die Spielgemeinschaft mit Nieder-Roden ist aber eine Top-Adresse im Handball. Ähnlich wie die HG Schwetzingen/Oftersheim wird viel Wert auf Nachwuchsarbeit im Jugendbereich gelegt. Die erste Mannschaft spielt wie die HG in der 3. Liga Ost und steht dort auf einem hervorragenden 3. Platz. Auf Erbarmen, wenn die Hessen kommen, konnten also die heutigen Gegner sicherlich nicht hoffen.

Während sich in der Nachbargruppe die Kräfteverhältnisse schnell zeigten und die Rhein-Neckar-Löwen mit drei souveränen Siegen Gruppenerster wurden, gefolgt von der HSG Konstanz mit zwei Siegen, gestaltete sich die Gruppe der HG außerordentlich spannend. Drei Mannschaften spielten auf praktisch gleichem Niveau, lediglich Gastgeber Wiesloch hielt trotz personeller Unterstützung aus dem B-Kader der Rhein-Neckar-Löwen nicht mit.

Die HG gewann folglich ihr Auftaktspiel gegen die Hausherren zwar deutlich mit 22:11 bei einer Spielzeit von 20 Minuten, lies aber den deutlich schwächeren Gegner doch überraschend lange im Spiel und setzte sich erst in der zweiten Spielhälfte ab. Die SG Ottenheim/Altenheim und die HSG Rodgau/Nieder-Roden lieferten sich ein sehr gutes und sehr spannendes Auftaktmatch, das nach 20 hartumkämpften Minuten leistungsgerecht unentschieden endete. Das Spiel der HG Oftersheim/Schwetzingen gegen die Rodgauer entwickelte sich ebenfalls zum Krimi: Die Hessen erwischten den besseren Start und legten über fast die ganze Spielzeit vor. Die HG blieb aber immer dran und ging zwei Minuten vor Schluss sogar in Führung. Bei eigenem Ballbesitz war sie dann aber zu hektisch und verpasste es, nachzulegen. So drehte der Gegner das Spiel zurück zu seinen Gunsten und gewann schließlich mit 11:10.

Vor dem letzten Gruppenspiel war die Ausgangslage klar: Nur mit einem Sieg gegen Ottenheim/Altenheim war der Weg ins Halbfinale als Gruppenzweiter frei. Auch in diesem Spiel begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Die Führung wechselte ständig hin und her und wieder hatte der Gegner das bessere Ende für sich. Er gewann mit hauchdünnem Vorsprung mit 17:16. Halbfinale futsch – Motivation weg! So kann man wohl die Leistung der HG im Spiel um Platz 5 deuten. Die körperlich unterlegene aber technisch gut spielende TSG Friesenheim hatte im Platzierungsspiel gegen die HG keine große Mühe und fuhr einen verdienten 12:8-Sieg ein.

Trainer Jörg Madinger kommentierte das Abschneiden seines Teams nüchtern: „Wir hatten zwei starke Gruppengegner und haben die Spiele bis zum Ende offengehalten. Die Mannschaft braucht aber mehr von solch engen Spielen, um zu lernen, mit dem erhöhten Druck umzugehen und die letzten Spielminuten cleverer zu gestalten. Dann kann sie solche Spiele auch gewinnen.“

Bleibt noch nachzutragen, dass die SG Ottenheim/Altenheim das kleine Finale gegen die HSG Konstanz gewann und der RANKO-Cup an die HSG Rodgau/Nieder-Roden ging, die in einem packenden Finale die Rhein-Neckar Löwen mit 11:9 bezwangen.    hps