Endlich ist er da. Er war ersehnt worden, war herbei gefleht worden: Der erste Heimsieg für die Jugend-Bundesliga Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen ist unter Dach und Fach. Im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung wurde der TV Großwallstadt (vormals Fünfter der Staffel Mitte) mit 30:28 bezwungen, doch danach hatte es zur Pause (10:16) und noch einige Zeit danach nicht ausgesehen.

Schon der Start war extrem fehlerbelastet – beidseitig. Aber der TVG hatte zunächst ein paar Missgeschicke weniger auf seiner Strichliste. Die Franken operierten mit einer weit vorgezogenen Spitze gegen HG-Spielmacher Steven Beck, die HG bemühte sich mit einer konventionellen 6:0-Formation, die körperlich überlegenen Gäste zu stoppen. Doch aus den ersten zwölf Angriffen resultierten nur vier Tore, Großwallstadt schaffte acht: Auszeit, das Oftersheim/Schwetzinger Trainergespann Daniel Müller und Thomas Herr hatte Gesprächsbedarf angemeldet.

Doch besser wurde die Partie noch nicht, nur baute der TVG nun mehr Mist. Mit der Einwechslung von Julian Hörner und später des B-Jugendlichen Leon Haase kam dafür zunehmend mehr Schwung in die HG-Angriffsbemühungen (8:10/22.). Diese wurden ihrerseits mit einem Timeout von TVG-Coach Rudi Frank abgewunken.

Für die Zeit nach der Pause wurde den HG-Jungs nun eine wild aussehende 3:3-Deckung vorgegeben. Außerdem setzte vorne nun auch Raoul Seidenfuß immer mehr Akzente. Aber es dauerte eine Weile bis diese Maßnahme ihre Wirkung zeigte (20:24/47.) Derweil mutierte Keeper Frederik Fauerbach zum Konter- und Siebenmeterkiller. Als die Aufholjagd dann einsetzte, fühlte sich die heimische Seite öfter krass benachteiligt. „Hast Du solche Fehlentscheidungen schon gesehen?“, stellte Müller an der Bank in den Raum. Aber seiner Männer ließen sich davon kaum beirren.

Mit einer Auszeit beim 23:24 (52.) wurde sie auf den Schlussspurt eingestellt. Beck bestimmte jetzt nicht nur das Angriffsgeschehen, sondern glich mit 25:25 aus – und flog postwendend vom Platz, während die Hausherren eigentlich ein Stürmerfoul ausgemacht hatten. Derweil markierte Haase in Unterzahl mit einem Solo die erste Führung, ließ auch das 27:26 folgen. Beck war bei seiner Rückkehr gleich in Manndeckung genommen worden, baute aber den Vorsprung auf 28:26 aus, Hörner legte zum 29:27 nach (59.). Dieses Spiel wollten die HGler nun nicht mehr hergeben und brachten die Partie nicht nur über die Zeit. Abgezockt setzte Hörner Jan Zecevic am Kreis in Szene, der den Endstand besorgte.

„In der ersten Hälfte machten wir noch zu viele Fehler, die wir eigentlich abstellen wollten“, erklärte Müller später. „Aber jeder hat immer an den Sieg geglaubt. Das war großartig. Mit der 3:3-Deckung haben wir Großwallstadt dann unter Druck gesetzt und verunsichert und vorne haben unsere Spieler wechselnd die Verantwortung übernommen. Und hinten stand ja Freddy im Tor.“ mj

HG: Fauerbach, Steinbach; J. Hörner (12/5), Zecevic (4), Seidenfuß (4), Beck (3), Folz (1), Brand (1), Kruse, B. Hörner, Clarius (2), Haase (3), Thüre.