Erst spät kam die HG Oftersheim/Schwetzingen bei ihrer Heimpartie gegen die in der Jugend-Bundesliga Handball viertplatzierte HSG Hanau auf volle Betriebstemperatur. So täuscht die knappe 25:26 (9:14)-Niederlage ein wenig über den Spielverlauf hinweg. Denn kurz vor Spielende hatte es noch 18:24 geheißen.

„Wenn das Spiel vielleicht fünf Minuten länger gegangen wäre . . .“ sinnierte HG-Trainer Daniel Müller noch kurz nach Abpfiff über entgangene Möglichkeiten, wischte solche Gedanken aber schnell wieder beiseite. „Trotzdem war es unser bestes Heimspiel und auch unser knappstes“, hielt er als positive Erkenntnis fest. Weiterhin erfreulich für ihn war, dass Torwart Frederik Fauerbach nach langer Verletzung sein Debüt gab, ebenso wie der B-Jugendliche Leon Haase auf Halbbrechts. Schmerzen tut hingegen der mögliche Ausfall des Halblinken Bastian Schleidweiler, der nach Treffer Nummer 20 schreiend am Boden der Nordstadthalle liegen geblieben war. „Mir ist die Kniescheibe rausgesprungen,“ erklärte er später. „Ich bin ohne Gegnereinwirkung bei der Landung irgendwie instabil gewesen.“ Auch wenn er sich bald besser fühlte, wollte Müller erst mal die fällige MRT-Untersuchung abwarten.

Vom Start weg hatte das Heimteam einen schweren Stand (0:3), kleine Zwischenhochs (5:7, 12:14) mit den folgenden (ungenutzten) Möglichkeiten zum Anschluss blieben nur Strohfeuer. Die Abwehr stand zwar meist recht stabil im gebundenen Spiel, eroberte Bälle wurden aber oft umgehend weggeworfen oder dem Gegner berechtigterweise von den Schiedsrichtern aus Remscheid zugesprochen. Hanau setzte sich in Hälfte 2 teilweise über Konter wieder ab (15:22) bis nach beidseitigem Scheibenschießen der Hausherr den Schlussspurt dominierte.

Gestützt auf Adrian Cule, der nun den Kasten hütete und phasenweiser offener Manndeckung schmolz der Rückstand zunehmend dahin, aber letztlich behielt der Favorit um Ausnahmekönner Tarek Marschall, der auch Leistungsträger im Hanauer Drittliga-Team ist, den Kopf knapp über Wasser.

Müller führte die Niederlage darauf zurück, „dass unsere Absprachen im Unterzahlabwehrverhalten nicht eingehalten wurden. Und in der ersten Hälfte agierten wir vorne zu statisch, ohne Druck, leisteten uns zu viele Ballverluste“. Aber der Coach wollte nicht nur kritisieren: „Die Jungs haben immer an sich geglaubt, haben alles probiert, das Spiel herumzureißen, außerdem hat mit Jacob Clarius, Steven Beck und Alexander Zemella eine komplette Rückraumreihe gefehlt.“ Vielleicht sieht es nächsten Sonntag (13 Uhr) beim nächsten Heimspiel gegen Großwallstadt besser aus.

HG: Fauerbach, Steinbach, Cule; J. Hörner (9/5), Zecevic (2), Schiller, Schleidweiler (2), Seidenfuß (3), Folz (1), Brand (4), Kruse (1), B. Hörner (2), Haase, Redmann (1).