Das erstmals ausgetragene Badenliga-Derby zwischen den Handballerinnen der HG Oftersheim/Schwetzingen und dem TV Brühl war mit Spannung erwartet worden und zumindest in diesem Punkt wurden die zahlreichen Zuschauer auch nicht enttäuscht. Am Ende hatte der Gastgeber knapp mit 28:25 (14:13) die Nase vorn und darf sich über Platz 4, sowie über ein positives Punktekonto freuen.


Die Gäste wollten den Aufwärtstrend der letzten Spiele nutzen und auch in der Oftersheimer Karl-Frei-Halle punkten. Jedem war allerdings klar, dass das alles andere als eine leichte Aufgabe werden würde. Diese Vorahnungen sollten sich während der kampfbetonten 60 Minuten bestätigen. Die Ausgangsvoraussetzungen lagen klar auf dem Tisch. Die spielstarke HG kommt meist aus dem Rückraum zu Toren (dem einige Protagonisten fehlten), während beim TVB mangels derzeitiger Alternativen die benötigten Treffer aus anderweitigen Situationen zu erzielen sind.
Von Beginn an entwickelte sich ein von beiden Seiten schnelles Spiel mit vielen Chancen, wobei es allerdings zu erwähnen gilt, dass beide Seiten eigentlich zu viele, Fehler produzierten, die einen attraktiven Spielfluss  zeitweilig doch verhinderten. Auf der Anzeigentafel schlug sich das in mehrfach wechselnden, aber nur geringfügigen Führungen nieder. Zur Pause hätte wohl niemand auf den Rängen  Wetten auf den späteren Sieger mit Bestimmtheit abgeben wollen.
Den ersten „nennenswerten“ Vorteil verschaffe sich die HG nach der Pause mit zwei Toren Differenz, bevor den Schiedsrichtern aus Brühler Sichtweise, die Partie aus den Händen glitt. Innerhalb eines HG-Angriffs und nur zwanzig Sekunden wanderten nach Attacken der TVB-Abwehr, drei Spielerinnen auf die Strafbank. Der eine dazu fällige Siebenmeter wurde von Saskia Zachert zum 18:15 verwandelt. Mehr ließ das tapfere verbliebene Brühler Feldtrio nicht zu, ja Maike Röschel gelang sogar ein Treffer, als inzwischen auch Zachert eine Zwangspause einlegte. Anschließend wurden dann die nächsten HG-Treffer erarbeitet, bis die Zeitstrafenflut (15 Verbannungen insgesamt) dann Opfer forderte. Karoline Kolb (HG) und Röschel hatten das Kontingent von je drei Hinausstellungen aufgebraucht. Brühl kam zwar bis auf 25:27 dran, aber der HG war der Sieg nicht mehr streitig zu machen.


STIMMEN
Klaus Braun, Coach HG O/S: „Mit Sicherheit war es das erwartete schwere Spiel. Brühl ließ uns über 60 Minuten nie zu unserer vollen Entfaltung kommen, das hat der TVB stark gemacht. Aber wir haben gute Abwehrarbeit gezeigt, deshalb sind wir der glücklichere Sieger. Die Schiedsrichter behandelten beide Seiten gleich, zogen ihre stramme Linie konsequent durch. Ich hatte schon in der Pause gesagt, dass die Mannschaft besser schneiden wird, die sich cleverer verhält.“
Franz-Josef Höly, Trainer TVB: „Die HG hat ein gut eingespieltes, starkes Team, das wußten wir. Meine Mannschaft hat trotzdem ein gutes Spiel gemacht. Die Abwehr spielte mit Aggressivität und hatte mit dem Rückraum der HG natürlich auch so seine Probleme. Wir haben auch Fehler gemacht und teilweise auch die Nerven verloren. Die Schiris leiteten alles andere als gut. Die Spielführung und die Verhältnismäßigkeit waren schlicht katastrophal. In den letzten zehn Minuten wollten sie dann wohl alles wieder ausgleichen, das war absurd. Schade für alle Beteiligten.“


Steno
HG: Stan, Wieczorek; Kubach, Münch (1), Peglow, Braun (1), Brückner, Kolb (3), Gölitz (7/1), Zachert (9/2), Koch (3), Carmona (4).


TVB: Lauerwald, Zimmermann; Li. Bühn, Röllinghoff (3/1), Gross (3), Henn (4), Pristl (1), Naber (3), P. Lederer (5/2), Tomann, Röschel (6), Le. Bühn.


Schiedsrichter: Dautel/Hähnel (PSV Heidelberg/SG Heidelsheim/Helmsheim).
Siebenmeter: 3/3:4/3.
Zeitstrafen: 12:18 Minuten.
Disqualifikationen: Kolb (56.), Röschel (59.), jeweils nach dritter Zeitstrafe.
Spielfolge: 5:3, 5:6, 14:13 (HZ), 18:15, 21:16, 25:21, 26:24, 28:25.


Zuschauer: 100.  mj/ako