Das gab es so wohl noch nie. Vier Partien im Aktivenbereich waren in Folge am letzten Spieltag auf badischer und Kreisebene zu absolvieren. Und viermal ging es für den Hausherren oder seinen Gast um etwas. Und viermal gewann die HG. Und größter Gewinner waren auf jeden Fall die Frauen, die nun als badischer Meister in die Oberliga aufsteigen.

Dass sie gewinnen würden – letztlich mit 29:20 (16:7), gegen den schon abgestiegenen vorletzten TSV Birkenau II, war indes nicht so überraschend. Entscheidend waren jedoch der Spielverlauf und das Ergebnis der parallel ausgetragenen Partie der SG Heddesheim beim TSV Rot. Während die HG in Oftersheim dem TSV ein 4:1 und 10:2 vor den Latz knallte, schoss Rot die Heddesheimer Mädels um ihren Trainer Branco Dojcak gleichwohl mit 5:1 ins Hintertreffen. Eine Distanz, die mit leichten Schwankungen (7:5, 13:8, 24:18) bis zum 26:21 (10:6)-Endstand Bestand hatte.

Oftersheim/Schwetzingen ließ indes keinerlei Zweifel darüber aufkommen, wer in der Karl-Frei-Halle am Ende den Sieg feiern würde (15:5, 22:11). Umso größer das Gejubel, als nach Abpfiff feststand, das die SGH die badische Meisterschaft an die HG abtreten musste.

HG: Stan, Becker, Göbel; Kubach (1), Münch (5), Peglow (2), Ullrich (6), Bartherlmeß Phondeth, Oetzel Zachert (5/1), Wartenberg, Büker (2), Kolb (8).

HG II einer der Gewinner

Der abschließende Spieltag war nichts für die Führenden der Handball-Badenliga. Denn die ersten Fünf verloren durch die Bank weg. Dies hatte aber keine große Auswirkungen, denn die Ränge 1 bis 4 waren zuvor schon in Zement gegossen, nur die HSG St. Leon/Reilingen rutschte vom fünften Rang auf den siebten ab.

Auf der anderen Seite vermochte sich somit auch die HG Oftersheim/Schwetzingen II, einer der Gewinner des Abends nicht zu verbessern. Sie bezwang in fast Minimalbesetzung den TSV Birkenau eindrucksvoll mit 31:30 (20:14), was enger aussieht als es meist war – auch wenn es am Ende noch ganz schön eng wurde (27:26/51.). Aber zum einen vergab die HG noch einige Chancen, das Ergebnis wesentlich deutlicher zu gestalten, zum anderen hielt Torwart Frederik Fauerbach mit etlichen Paraden den Gegner davon ab, aufzuschließen. Trainer Frederik Fehrenbach hatte bei der Torflut zu Beginn (8:8 nach acht Minuten, jeder Angriff ein Treffer) schon sarkastisch geunkt, „das wird wieder eine richtige Abwehrschlacht“. Letztlich fand sich seine Deckung etwas besser als die des Gegners zurecht.

HG: Fauerbach; Micke (6), Gartner (3), Lux (1), Fink (4), Lemke (3), Meyer (4/2), Hafer (3), Hakic (6/2), Hahne (1).

Frauen II vermiesen Lußheim den Titel und stehen in Bezirksliga

Ebenfalls nicht den Hauch eines Zweifels ließ in der 1. Kreisliga die zweite Frauen-Mannschaft aufkommen. Sie bezwangen die HSG Lußheim, den vormaligen Spitzenreiter, mit 25:14 (11:7) und kürten somit den TV Edingen zum Meister, der seinerseits beim 30:21 keine Probleme gegen den TV Schriesheim II hatte.

Für den scheidenden HSG-Trainer Thomas Kunert war die „Saison ohnehin schon besser gelaufen, als erwartet, unsere Ziele hatten wir schon vorzeitig erreicht“. Doch er wollte auch nach Abpfiff nicht verhehlen, dass „die Enttäuschung nun riesengroß ist, auch wenn wir im Hinterkopf mit einer Niederlage hier rechnen mussten. Es war ohnehin die ganze Runde über unsere Angst, dass es am letzten Spieltag genau hier in Oftersheim die Entscheidung suchen müsste – wie es nun auch dazu kam“. Neuer Coach bei Lußheim wird nun Andreas Schneider – vom neuen Kreisliga-Meister Edingen.

Zwei Zwischenspurt vom 6:6 auf 10:6 und nach der Pause vom 13:10 auf 17:10 ebneten der HG den Weg der HSG ihren Matchball zu verwehren. Andreas Föhner, zuständig für diesen Frauenbereich der HG, war hörbar stolz: „Heute haben unsere Mädels gezeigt, worauf wir die ganze Runde hingearbeitet haben. Sie haben sich im letzten Jahr unheimlich weit entwickelt. Mannschaftstaktisch wie individuell war das einfach klasse. Überhaupt ist es beeindruckend, mit einem fast reinen A-Jugend-Team gegen den Spitzenreiter zu bestehen und zu gewinnen.“ Zum Lohn dafür ist nun der Einzug in die neue Bezirksliga der Kreise Mannheim und Heidelberg gesichert.

HG: Grafetstetter, Lamm; Hilbert, Gedik (3), Förste (3), Magnus (8/3), Laser (6), von Beeren (3/3), Oetzel (1), Kreisel (1).

HSG: Greif; Skoumpopolos (6), Kunze (4/1), V. Banditt (2), Kalt (2), Blattner, N. Banditt, Beisel, Wellhausen, Finke, Knebel.

Klassenerhalt ungewiss

Bleibt noch das HG-Sorgenkind, die HG III, besser bekannt als „Ic“. Aber an diesem erinnerungswürdigen Tag bereitete sie ihrem Trainer Örs Konrad absolut keine Sorgen (setzte mit 9:2 ein erstes Statement in den Raum) und bezwang den TV Brühl II mit 34:20 (17:8). Damit rutschte sie auf den drittletzten Rang. Ob dieser zum Klassenerhalt genügt, wird sich noch erweisen. Konrad war auf jeden Fall „sehr erleichtert. Aber Jungs, nächste Saison machen wir das anders, nicht so knapp“, appellierte es an seine Männer. Herausheben wollte er Rückraummann Steven Beck von der A-Jugend: „Er hat viel ausgemacht, er hat mit seinen Aktionen den Unterschied dargestellt.“ Negativ blieb nur der frühe Ausfall eines weiteren A-Jugendlichen, Dennis Folz, mit einer Knöchelverletzung zu vermerken - zwei Wochen vor Qualifikationsstart.

HG: J. Beck, Herok; Hideg, Schiller (3), S. Beck (8), Folz (1), Schwarz (4), Schuhmacher (4/2), Carius (2), L. Lechler (1), Rösch (6), Niesen (1), T. Kreichgauer (2), Konrad (2).

TVB: Weymann, Ausäderer; Nopper (1), Schäfer (5), Böhm, Kohler (1), Rist (1), Kraft, Löhr, Stiegler (2), Faulhaber (3), Kinkel-Daum (5), Ziegler (2),Schünemann.