HG-Damen unterliegen knapp dem Tabellenführer – SG Heddesheim – HG Oftersheim/Schwetzingen 21:20 (11:13). Nach einem denkbar knappen Ausgang in der absolut sehenswerten Badenliga-Spitzenbegegnung Erster gegen vormals Zweiter sind die Titel- und Aufstiegs-Chancen der Handballerinnen der HG Oftersheim/Schwetzingen auf ein Minimum gesunken. Bei der SG Heddesheim unterlagen sie vor der stattlichen Kulisse von 300 Zuschauern mit 20:21 (13:11).

Trotz ungünstiger Voraussetzungen hatte dabei der Gast nach der Pause zunächst alle Vorteile auf seiner Seite, die er aber nicht zu nutzen verstand. Das Thema „harzfreies Spiel“ – neben den zahlreichen Ausfällen – geisterte in den Köpfen herum und war besonders der Halblinken Saskia Zachert anzumerken, die deshalb bald an den Kreis beordert wurde. Trotzdem legte die HG meist vor, auch weil Karolin Kolb noch nicht zu bremsen war. „Wir wussten genau, dass sie gerne über die Mitte kommt und dann wirft. Da wollten wir kompakt stehen“, war SGH-Trainer Branko Dojcak mit der Deckungsarbeit seiner Mädels definitiv nicht einverstanden. Die heimische Mannschaft zunächst vor allem durch Treffer der bekanntermaßen starken Linksaußenspielerin Luljeta Paloj den Anschluss.

Kolb versenkte aber auch den Ball zum 12:17 (37.), ihren siebten Treffer, und viele glaubten nun dies sei die Vorentscheidung. Heddesheim wirkte verunsichert, beeindruckt. Aber Oftersheim/Schwetzingen verwandelte seine möglichen Matchbälle nicht. Dojcak verordnete seinem Team eine 5:1-Deckungsformation und der Gastgeber fing sich, kam wieder auf, der Kampfeswille kehrte zurück (16.17/44.). Kolb kam nun über die Mitte kaum noch zum Zug. Es entwickelte sich in der Folge ein unglaublich spannendes, dramatisches Finish, das beide Seiten mit offenem Visier bestritten. 

Diese Endphase bot dann allerdings nicht mehr so viele Torerlebnisse. Nina-Maria Münch brachte den Gast mit 20:19 in Vorlage (56.), nachdem Kolb ausgeglichen hatte. Schon knapp eine Minute später sorgte Anja Sachsenmeier wieder für den Heddesheimer Ausgleich. Da waren noch mehr als 160 Sekunden zu absolvieren. Mehre Angriffe schlugen nun gegenseitig fehl und praktisch erst mit dem Abpfiff gelang Selina Hammersdorf der glückliche Siegtreffer.

Nach Abpfiff waren sich die Trainer Manuel Lochert und Marcus Gutsche einig: „Es war ein tolles Spitzenspiel, das keinen Verlierer verdient. Leider haben wir es nach der Fünf-Tore-Führung nicht geschafft, den Sack zuzumachen und das Spiel mit Cleverness für uns zu entscheiden. Trotzdem sind wir sehr stolz auf die junge Mannschaft, deren Entwicklung vor allem im Vergleich zum letzten Spiel gegen Brühl stetig voran geht.“

Erstmals stand Neuzugang Mara Becker mit auf der Platte. Die 22-jährige Torfrau aus Minden hatte es studienbedingt nach Mannheim verschlagen und wird ab sofort das Team von Oftersheim und Schwetzingen unterstützen. 

Auf Unterstützung der Fans hofft diese Mannschaft auch beim Heimspiel gegen Schlusslicht Schriesheim (Sonntag, 15 Uhr). Tabellarisch scheinen die nächsten zwei Punkte eine leichte Aufgabe, doch wie Erinnerungen aus dem Hinspiel zeigen, ist die ebenfalls junge Truppe des TVS nicht zu unterschätzen.

 

HG: Stan, Göbel, Becker; Kubach, Bonelli, Münch (1), Peglow (1), Ullrich (2), Barthelmeß (3), Phondeth, Oetzel, Zachert (5/3), Büker, Kolb (8/1).      mj/ab