35:20-Erfolg stürzt TSG Eintracht in schwere Probleme

Hat die HG Oftersheim/Schwetzingen II die TSG Eintracht Plankstadt aus der Handball-Badenliga geschossen? Der Galaauftritt beim 35:20 (16:8)-Kantersieg der Hausherren lässt die Hoffnungen bei Plankstadt als Vorletztem jedenfalls auf ein Minimum schrumpfen.

HG-Akteur Robert Lux hielt nach der Partie angesichts des hervorragenden Auftritts dann auch fest: „Heute haben wir endlich 60 Minuten konsequent durchgespielt. Hätten wir das immer gemacht, wäre es für uns mit dem Klassenerhalt nicht so knapp geworden.“ Der Gast agierte dabei aber auch über weite Strecken schlichtweg zu harmlos. Spätestens nach dem 7:5 war von einem Aufbäumen gegen das drohende Abstiegsschicksal wenig zu sehen und zu spüren. Dabei hatte HG-Spielmacher Christoph Lahme nach einem Zusammenprall Knie-an-Knie schon nach fünf Minuten seinen Platz räumen müssen. Dass es anfangs noch recht knapp zuging, war auch der Tatsache geschuldet, dass Keeper Marius Gabel reihenweise Bälle abwehrte, aber dann die Abpraller kassierte. Dieses Manko war bald abgestellt.

Hilfloses Gestochere mit sieben Mann im Angriff, „nahezu ohne Bewegung auf die Nahtstellen“ (TSG-Eintracht-Rechtsaußen Björn Skade) machte es der ungemein flinken HG-Abwehr dann zwar nicht gerade einfach, aber sie ließ definitiv nicht mehr zu. Voreilige und unplatzierte Würfe waren die Folge, Verzweiflungstaten, wie scheinbar auch das Vorhaben, nach der Pause mit extrem offenen Deckungsvarianten, Oftersheim/Schwetzingens Angreifern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Doch alle Maßnahmen, die Coach Niels Eichhorn anordnete, die Jungs unter der Leitung von HG-Trainer Mathias Polifka wussten auf alles eine Antwort. Egal ob 3:3-, 2:4- oder im 0:6-Verbund, nichts brachte die Hausherren auch nur annähernd ins Schwimmen. Wie vor dem Seitenwechsel  zerlegten sie die Gäste-Defensive ein ums andere Mal. Janik Geisler, Christian Fendrich oder Valentin Demel trugen sich fast ununterbrochen ins die Torschützenliste ein. Viele Plankstädter gaben zu: „Da waren wir mit 35 Gegentoren noch gut bedient.“ Denn besonders im zweiten Durchgang wurden doch einige Chancen – zum Teil auf das leere Tor – liegengelassen. Auf den Gegenseite stand auch Max Herb seinem Vorgänger Gabel in nichts nach, parierte so zum Ende zwei Konter in Folge. Ein andere Max, der a-jugendliche Barthelmeß, fand sich in seinem ersten Aktivenspiel mit einem Spezialauftrag gleich in der Startformation wieder. Er fand bestens ins Team, markierte seine ersten Treffer, so auch jenes zum 30:17.

Stimmen

Mathias Polifka, Trainer HG: Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft und glücklich darüber, unseren Abstiegsspekulationen ein Ende bereitet zu haben. Wir haben all das, was wir uns vorgenommen haben, sehr gut umgesetzt und deshalb auch in der Höhe verdient gewonnen.

Niels Eichhorn, Coach Plankstadt: Wir waren heute völlig unterlegen. Vorne ohne Zug zum Tor und defensiv waren wir eigentlich nicht vorhanden. Ich bin schwer enttäuscht. Dennoch richten wir uns jetzt auf und versuchen nächste Woche zwei Punkte zu holen, um die Chance auf den Klassenerhalt weiter aufrecht zu erhalten.

Stenogramm

HG: Gabel, Herb; Lahme, Geisler (6), Lux (1), Fink (5), Fendrich (6), Dexheimer (2/2), Zipf, Demel (9), Leibnitz (1), Barthelmeß (4), Hahne (1).

TSG E: Schürmann, Kaiser; T. Pristl (1), Skade (2), J. Bastel (1), Maier (1), Klein, Kemptner (2), Koffeman (2), N. Großhans (4), R. Verclas, Konietzny (1), Stadler (1/1), Denne (5). mj